1. Dezember 2008

Animals In Love

Animals In LoveDie Liebe ist eine Him­mels­macht. Ob Tiere die­ses Gefühl denn nun wirk­lich emp­fin­den kön­nen — wir wis­sen es nicht. Geliebt wird auf freier Wild­bahn den­noch unab­läs­sig und „Noma­den der Lüfte“-Kame­ra­mann Lau­rent Char­bon­nier wagt (erst­mals in Eigen­re­gie) den Blick durchs Schlüs­sel­loch ins Schlaf­zim­mer der Natur. Bei Tem­pe­ra­tu­ren zwi­schen minus 30 und plus 50 Grad filmt er 80 tie­ri­sche Turt­ler; teils vor sei­nem Haus in Frank­reich, für andere reist er um die ganze Welt.

Char­bon­nier ach­tet stets dar­auf, seine ani­ma­li­schen Prot­ago­nis­ten nicht zu ver­mensch­li­chen, wäh­rend die Doku dezent kom­men­tiert dem Lauf der Dinge folgt. Geglie­dert in Balz, Paa­rung und Geburt for­men Stör­che ihre Hälse zu Herz­chen, ver­ren­nen sich Hir­sche im Geweih des Kon­kur­ren­ten, ver­wei­len Kän­gu­rus Arm in Arm, schwim­men Del­phine ein­träch­tig neben­ein­an­der und schließ­lich dür­fen auch Löwen und Orang-​​Utans zur Sache kommen.

Zwi­schen­durch wird etwas viel gevö­gelt: Den Geflü­gel­ten — sicher­lich mit am ein­falls­reichs­ten, wenn es darum geht, dem Part­ner zu gefal­len — wid­met „Ani­mals In Love“ (Uni­ver­sum Film) aus­gie­big Aufmerksamkeit.

Da wer­den präch­tige Feder­fä­cher prä­sen­tiert, rote Haut­sä­cke auf­ge­bläht, kunst­volle Nes­ter gebaut, gesun­gen und vir­tuose Tänz­chen voll­führt. Aber eines ist dabei ganz klar: Lasst’s uns wie die Tiere tun. Denn in Sachen ver­füh­re­ri­sches Ver­hal­ten darf sich manch Mensch­lein gut Bei­spiel nehmen.