16. Januar 2009
Across The Border — „Loyalty“
So final wie man lange Zeit annehmen musste, blieb der „Last Dance Around The Fire“ nicht. Across The Border, Badens Folk-Punk-Institution, macht nach acht Jahren ohne Release mit neuem Personal wieder mächtig Alarm: Aus dem angekündigten „Still Angry, Still Happy“ ist ein knackiges „Loyalty“ (Twisted Chords/Broken Silence) geworden.
Wobei auf dem Neuling — der ersten Studioproduktion seit der EP „Short Songs, Long Faces“ und dem ersten Longplayer seit „If I Can’t Dance, It’s Not My Revolution“- eigentlich nur Nicole Ansperger von Paddy Goes To Holyhead (für den langjährigen Geiger David) neu im Remchinger Bunde ist; Ex–Schein23er Massimo Randisi hat die Drums ja schon beim Substage-Weihnachts-Gig 2007 bearbeitet, aber nun seine erste Platte mit den verbliebenen Grenzgängern Bieber (Bass), Roger (Gitarre), Kölsch (Akkordeon) und Jake (Gesang) eingespielt.
Mit Sirenengeheul und barcelonesker Seele fährt der Opener vor: „Alerta Antifascista“! Schmissig, knallig, frisch — mehr Punk denn Folk. Und das gilt diesmal für überraschend viele der Tracks, wie etwa „Outside The Wall“, „Like A Ray“ oder die Slime–Ode an den Seeräuberkapitän Klaus „Störtebeker“; nach dem Schlager-Cover „Die Nacht ist nicht allein zum Schlafen da“ zweite Border-Nummer auf Deutsch überhaupt.
Demgegenüber steht stilistisch „Reclaim Our Needs“, ihres Zeichens Klavierballade inklusive Mitgröhlpart und mit „If I Can’t Dance (It’s Not My Revolution)“ gibt’s nun auch den vertonten aufrührigen Albumtitel von anno ’99. Der Rest ist Border-Material wie’s in Text und Ton seit den „Hag Songs“ immer klingt und klingen muss: folkig, punkig, mit kräftig sozialkritischer Note und in bestem „Benglisch“.
Weil sich badischer Dialekt bekanntermaßen ebenso wenig von Fremdsprachigem unterkriegen lässt wie der Border-Sound von irgendwelchem Zeitgeist. Die alte Gefolgschaft tanzte jedenfalls bei der Album-Release-Party in der Durlacher Festhalle einhellig mit dem Nachwuchs. Und das sicher so lang die zweite Luft hält.
