Kriss Colo­gneKarls­ruhe — Sie sind Ste­fan Raab und Elton des Lie­der­ma­chings: Götz Wid­mann und sein Lehr­ling Kriss Colo­gne, der ihn mit sei­nem Debüt „Flow’n Love“ auf Tour beglei­tet. Vor sei­nem Auf­tritt im Karls­ru­her Jubez spra­chen Aus­bil­der und Azubi mit Patrick Wurster.

???: Han­kie, Hol­land und Edu­ard dür­fen wie­der in der Kiste — drei Monate Kreativ-​​Pause. Die ist aber so zu ver­ste­hen, dass du eben keine machst?
Götz Wid­mann: Für Urlaub wäre das ein biss­chen viel Zeit. Kreativ-​​Pause heißt für mich, dass ich krea­tiv bin in der Pause. Und dann geht’s darum, sich in einen mög­lichst gut gelaun­ten Zustand zu ver­set­zen, damit einem das in den Schoß fällt, was man sich sonst hart erar­bei­ten müsste. Bei mir ist das zumin­dest so — je bes­ser es mir geht, desto eher fällt mir etwas ein. Ich muss eigent­lich nur noch kom­po­nie­ren, Texte hab ich schon wie­der genug. Man kann das zwar nie erzwin­gen, aber im Herbst soll eine neue CD rauskommen.

???: Steckt in dei­ner aktu­el­len Scheibe „Böäöäöäöäöä“ auch ein biss­chen der Frust über die Nöle­reien vie­ler Fans, die dein Band-​​Experiment nicht so recht lieb haben woll­ten?
Wid­mann: Das nun nicht, das Lied ist mir eines Mon­tag­mor­gens auf der Auto­bahn im Stau ein­ge­fal­len, schlecht gelaunt und rest­ver­ka­tert. Aber sagen wir ein­mal so: Ich habe mich schon gewun­dert, dass „Habt euch lieb“ auf so viel Wider­stand gesto­ßen ist. Dabei hatte ja ohne­hin nie vor, gleich eine zweite Band­platte nach­zu­schie­ben; auch, weil es unglaub­lich viel Arbeit war. Des­halb dachte ich mir: ‚Mach’s dir beim nächs­ten Mal ganz leicht — mit ‚nem Live-​​Album.‘ Wobei es auch nicht aus­reicht 30 Kon­zert mit­zu­schnei­den. Irgend­je­mand musste sich das ja auch alles anhören…

Götz Widmann und Kriss Colo­gne???: Die alte Joint-​​Venture-​​Nummer „Nicht zur Arbeit“ singst du auf er Bühne gemein­sam mit dei­nem Ex-​​Azubi Chris­tian Pflü­ger, der als Kriss Colo­gne mitt­ler­weile als Vor­pro­gramm eta­bliert ist. Das erste Duett eines künf­ti­gen (Gelegenheits-)Duos?
Wid­mann: Das ist eine reine Spaß­ge­schichte. Der Kriss hat ja auch schon auf mei­nen Plat­ten mit­ge­sun­gen und ich war auf sei­ner im Ghost-​​Track zu hören. Ich hab aber für die nächste Tour vor, mir wie­der ein paar Joint-​​Venture-​​Klassiker und –Rari­tä­ten draufzuspielen.

???: Kriss, du bist drei Jahre lang bei Götz in die Veranstaltungskaufmanns-​​Lehre gegan­gen — hat­test du bis dato jemals eine Gitarre in der Hand?
Kriss Colo­gne: Das mit dem Gitar­re­spie­len hat schon bei den Pfad­fin­dern ange­fan­gen. Aber vor der Zeit bei Götz war ich drauf und dran, auf Hei­l­er­zie­hungs­pfle­ger zu machen, weil ich keine Stelle als Ver­an­stal­tungs­kauf­mann bekom­men habe.

Götz Widmann???: Wie bist du über­haupt zu einem Azubi gekom­men, Götz?
Wid­mann: Ich hab vor vier oder fünf Jah­ren eine E-​​Mail bekom­men von jeman­dem, der mir vor­ge­schla­gen hat, umsonst für mich zu arbei­ten. Mit ande­rem Wor­ten: Er wollte ein Prak­ti­kum bei mir absol­vie­ren. Und bei der ers­ten Begeg­nung war sofort klar: Wir zwei wer­den rich­tig gute Freunde, denn Kriss sah auf kei­nen Fall über­mo­ti­viert aus… Und mit einer Aus­nah­me­ge­neh­mi­gung der Indus­trie– und Han­dels­kam­mer durfte er dann bei mir in die Lehre gehen.

???: Und wie hast du die Markt­lü­cke HipHop-​​Liedermaching für dich ent­deckt?
Kriss: Ich hör ehr­lich gesagt gar kei­nen Hip­Hop. Es ist ein­fach meine Art zu sin­gen. Aber hey — bren­nende Müll­ton­nen sind schließ­lich auch Lagerfeuer!