Und Jimmy ging zum RegenbogenMit den Clowns kamen nicht nur die Trä­nen, son­dern wenigs­tens ein biss­chen Aner­ken­nung. Die Kri­ti­ker aber dif­fa­mier­ten ihn zeit­le­bens als Bestseller-​​Mechaniker und Fließ­band­schrei­ber. Am 1. Jän­ner 2009 stirbt mit Johan­nes Mario Sim­mel ein öster­rei­chi­scher Lite­rat, der doch immer über dem geho­be­nen Tri­via­len gestan­den hat. Gesell­schafts­po­li­ti­sche Zeit­ge­schichte ist in sei­nen 35 Unter­hal­tungs­ro­ma­nen stets prä­sent; so auch in „Und Jimmy ging zum Regen­bo­gen“ von 1970. Der bereits im Fol­ge­jahr von Alfred Voh­rer ver­filmte Stoff wurde nun als Fernseh-​​Thriller (Con­stan­tin Film) neu aufgelegt.

Pro­du­zent Oli­ver Ber­ben und Regis­seur Carlo Rola ver­le­gen die Hand­lung vom Wien des Jah­res 1969 ins Ber­lin von 1996, wo in einer Biblio­thek der argen­ti­ni­sche Che­mie­fa­bri­kant Rodolpho Aranda (Edgar M. Böhlke) ermor­det wird: Eine alte Dame hat zuerst ihn und anschlie­ßend sich selbst mit Zyan­kali vergiftet.

Die Poli­zei will keine Ver­bin­dung zwi­schen Opfer und Täte­rin fest­stel­len, doch Aran­das Sohn Manuel (Heino Ferch) fin­det aus­ge­rech­net in Kom­mis­sa­rin Irene (Den­ne­nesch Zoudé), der Enke­lin jener Frau, die sei­nen Vater umge­bracht hat, die ein­zige Ver­bün­dete und dazu Spu­ren, die vom Natio­nal­so­zia­lis­mus bis ins Kreuz­feuer der inter­na­tio­na­len Geheim­dienste reichen.

Der auto­bio­gra­fi­sche Züge tra­gende, im Drit­ten Reich spie­lende Teil wurde stark gekürzt, die zwangs­läu­fige Lie­be­lei rückt in den Vor­der­grund und am Ende siegt nach teils behä­bi­gen 90 Minu­ten wie immer beim nega­ti­ven Uto­pis­ten Sim­mel das Schlechte. Die Fein­hei­ten sei­ner gut recher­chier­ten, dick­lei­bi­gen „Faction“-Lektüre gehen der­weil unter; aber es muss ja auch nicht immer der Kaviar sein.