9. Februar 2009

Und noch’n Gedicht

Tho­mas Roth­fußBruch­sal — „In nur vier Zei­len was zu sagen, erscheint zwar leicht, doch ist es schwer! Man braucht ja nur mal nach­zu­schla­gen; die meis­ten Dich­ter brauch­ten mehr.“ Vor­der­grün­dig toll­pat­schig und doch so hin­ter­sin­nig — nur wenige gehen mit der deut­schen Spra­che so char­mant um wie Heinz Erhardt. „Ein biss­chen Clown sein“ kann aber auch Tho­mas Roth­fuß. Nicht zufäl­lig prä­sen­tiert er sei­nen neuen Gedich­te­band „Wenn ich ein Maul­wurf wär“ (G. Braun Buch­ver­lag) am 20. Februar. An jenem Frei­tag näm­lich wäre der Schmun­zel­meis­ter 100 Jahre alt gewor­den. Vor sei­nem humo­ris­ti­schen Abend in Kauf­manns Schlacht­hof hat der Bret­tener Autor und Musi­ker mit Patrick Wurs­ter über Buch und Bühne gesprochen.

???: Wie kommt es eigent­lich, dass Sie als Musi­ker Bücher im Stile des gro­ßen Spaß­ma­chers ver­fas­sen?
Tho­mas Roth­fuß: Meine Eltern haben mir 14-​​jährig „Das große Heinz Erhardt Buch“ geschenkt und ich habe es nicht nur gele­sen, son­dern ver­schlun­gen, konnte schnell jeden Vier­zei­ler aus­wen­dig. Erhardt wurde zu einem Vor­bild und ich habe bald begon­nen, selbst zu schrei­ben. Tex­ter war ich seit­her immer — sei’s zu mei­ner Zeit im Duo Tho­mas & Tho­mas oder als Volks­mu­si­kant bei den Schä­fern. Und vor eini­gen Jah­ren hat sich das dann eben mehr auf meine humo­ris­ti­schen Geschich­ten verlagert.

???: Sie wol­len Erhardt aber weder zitie­ren noch par­odie­ren?
Roth­fuß: Stil ja, aber nix kopiert! Ich bin kein Nach­ah­mer, son­dern möchte etwas eige­nes kre­ie­ren. Ich bin des­halb sehr stolz auf die Worte sei­ner jüngs­ten Toch­ter Marita, die gesagt hat, sie lese aus mei­nen Gedich­ten, dass ich ihren Vater ver­ehre und seine Arbeit auf meine Art wei­ter­führe. Erhardt hat mit der deut­schen Spra­che sowohl Blöd­sinn als auch Hin­ter­sin­ni­ges getrie­ben — er war ein humo­ris­ti­sches Genie! Man kann ihn nicht imitieren.

???: Sie sagen, Ihr Pro­gramm sei keine Lesung, son­dern ein humo­ris­ti­scher Abend…
Roth­fuß: …bei dem ich Geschich­ten erzähle, Gedichte lese und natür­lich habe ich immer die Gitarre dabei. Aber was ich nicht mache: die Leute per­sön­lich angrei­fen wie das viele Kaba­ret­tis­ten heut­zu­tage praktizieren.

???: Was genau steckt hin­ter „Wenn ich ein Maul­wurf wär“?
Roth­fuß: Der Titel ist ein Vier­zei­ler aus dem neuen Buch. Wie schon in „Ein biss­chen Clown sein“ ent­hält es lus­tige Geschich­ten, lis­tige Gedichte, Nar­re­teien, Spöt­te­leien, Apho­ris­men und Lime­ricks, aber auch hin­ter­grün­dige Gedanken.

???: Kön­nen Sie uns eine kleine Kost­probe geben?
Roth­fuß: Bit­te­schön — der „Ver­kehrs­sün­der“: Mit sei­nem Trak­tor fuhr der Kalle zu schnell in eine Radar­falle. „Ja und?“, sprach seine Frau bedep­pert. „Hat es geblitzt?“ „Nein, nur gescheppert.“