19. März 2009
Slumdog Millionär
Kaum einer unter den großen Regisseuren ist so vielseitig wie Danny Boyle, der sich zwischen Drogen-Groteske („Trainspotting“), Aussteiger-Abenteuer („The Beach“) und Zombie-Schocker („28 Days Later“) im Laufe der Jahre durch sämtliche Genres gefilmt hat, ohne sich festzulegen. Mit „Slumdog Millionär“ setzt der Brite nochmals einen drauf.
Die multiglobale TV-Show „Wer wird Millionär?“ ist über zwei Stunden das einzig Vertraute aus der westlichen Welt; und Jamal Malik (Dev Patel) trennt nur noch eine Antwort vom 20-Millionen-Jackpot. Aber warum weiß dieser Junge aus der Gosse Mumbais sogar auf die finale Frage das Richtige zu sagen? Weil es sein Schicksal ist, antwortet der Film. Und blendet zurück. Denn für Jamal ist die Sendung nur Mittel zum Zweck, seine verlorene Liebe Latika (Freida Pinto) in der flirrenden Millionenmetropole wieder zu finden.
Selbst acht „Oscars“ und vier „Golden Globes“ (jeweils Bestnoten für Film, Regie, Drehbuch und Soundtrack) lassen nur erahnen, was Boyle mit seinem Bollywood-verstärkten Laienensemble aus der Buchvorlage „Rupien! Rupien!“ von Vikas Swarup gemacht hat: ein das Elend keinesfalls aussparendes und dabei vor Farbe und Lebendigkeit schier zerberstendes Märchen, ein ekstatisches Ausnahmewerk! Da darf man sich festlegen.
