12. April 2009

Beim Schupi

Beim SchupiKarls­ruhe — Um drei Wün­sche auf ein­mal zu erfül­len, braucht’s noch kein Hexen­werk. Ganz ein­fach ist es trotz­dem nicht, gut badisch zu essen, Volks­thea­ter zu schauen und den anste­hen­den Som­mer über Bier­gar­ten­lau­nen zu frö­nen ohne dabei das Lokal zu wech­seln — es sei denn man kehrt beim Schupi in Grün­win­kel ein.

Bald zehn Jahre ist es her, dass Hotel­fach­frau Britta und Küchen­meis­ter Tho­mas Bleich gemein­sam mit Tho­mas Munz den nach Peter „Schupi“ Schus­ters Tod in pro­ble­ma­ti­schen Ver­hält­nis­sen befind­li­chen Betrieb gepach­tet haben; Munz über­nimmt als Geschäfts­füh­rer d’Badisch Bühn, wäh­rend die Bleichs das eins­tige Gast­haus zum Engel zur sta­bi­len Größe im Karls­ru­her Gas­tro­no­mie­le­ben machen.

Span­nend bleibt die Karte schon der monat­li­chen Aktio­nen wegen; auf die „Früh­lings­fri­sche Küche“ vom März folgt Lamm (April), im Mai ist der Spar­gel das Motto; alles erkocht mit Pro­duk­ten aus der Region. Schon vor dem Haupt­gang lässt sich sonn– und fei­er­tags zwi­schen 11 und 15 Uhr „Schupi-​​Schlemmer-​​Brunchen“ — bei schö­nem Wet­ter auch vorm Restaurant.

Denn im Som­mer bie­ten üppig beschat­te­tes Gar­ten­mo­bi­liar und rus­ti­kale Bier­bänke über 250 Per­so­nen Platz. Tra­di­tio­nelle Bier­gar­ten­er­öff­nungs­party (mit frisch gezapf­tem Mai­en­bier und süf­fi­ger Erd­beer­bowle) ist am Tag der Arbeit, dies­mal beschallt von den Swing­house All Stars. Wenn das Klima gut gelaunt ist, kön­nen Son­nen­hung­rige hier aber bereits zu Ostern gesich­tet werden.

Dann strö­men die Fächer­städ­ter bis Sep­tem­ber (täg­lich ab 16 Uhr, sonn– und fei­er­tags ab 11 Uhr) und wäh­rend Vat­tern seine Monotasking-​​Fähigkeiten auf die Bestel­lung kon­zen­triert, kann der Filius unbe­se­hen auf dem Kin­der­spiel­platz tol­len oder sich bei Bas­ket­ball und Tor­wand­schie­ßen aus­to­ben (und dann gibt’s ja auch noch das „Kinder-​​Sommerfest“ am 29. und 30. August.). Die Order ver­ein­fa­chen ab die­sem Jahr Flamm­ku­chen– (Diens­tag), Schnit­zel– (Mitt­woch) und Steak-​​Tag (Don­ners­tag) und als flüs­sige Bei­lage der bewährte „Sommer-​​Bier-​​Kult“. Heißt: täg­lich ein Mon­in­ger für zwei Euro pro Glas. Zu der all­zeit ver­füg­ba­ren Aus­wahl an Gesell­schafts­spie­len gibt’s ab 20. Mai wie­der ein­mal im Monat den „Sommer-​​Musik-​​Quizabend“ mit DJ– Denk­sport zwi­schen Sound­track und Coversong.

Noch stim­mungs­vol­ler als im Bier­gar­ten geht es wohl nur nebenan auf d’Badisch Bühn zu. Was die Gäste hier seit über 25 Jah­ren in zünf­ti­gem Ambi­ente bei „Schwän­ken, Pos­sen, Scheng­gl­bad­d­schern“ zu schät­zen wis­sen: Im 200 Zuschauer fas­sen­den Saal wird nicht nur auf den Bret­tern kräf­tig zuge­langt. Das Ensem­ble im Alter zwi­schen 20 und 84 macht Volks­thea­ter, der­weil kann geges­sen und getrun­ken wer­den; ab Juni beim neuen Stück von Thea­ter­lei­ter Jür­gen Hör­ner: „Zum aai­derm­li­che Uhu“.

Und wer von wei­ters her anreist, fin­det im fami­liär geführ­ten Drei-​​Sterne-​​Hotel im Land­haus­stil des 19. Jahr­hun­derts mit sei­nen hand­be­mal­ten Natur­holz­mö­beln das am nächs­ten zur Karls­ru­her Messe gele­gene Gast­haus der Stadt. Der Schupi ist eben ein Begriff bei aller Vielfalt.

Dur­mers­hei­mer Straße 6, Tele­fon 0721/​55 940 (Hotel), 55 12 20 (Restau­rant), 55 25 00 (Bühne)