14. Mai 2009
30 Rock — Season 1
Tina Fey weiß ganz genau, was hier gespielt wird. Schließlich hat die Sarah-Palin-Parodistin selbst lange Jahre für „Saturday Night Live“, die berühmteste Comedy-Show im US-TV, gearbeitet. Und den Posten als Chefautorin verpasst sie sich alias Liz Lemon auch in der fiktiven NBC-Varieté-Sendung „The Girlie Show“ beim selbstinszenierten Blick hinter die Kulissen eines amerikanischen Fernsehbetriebs — der Staatengemeinschaft „wahre Kunstform“.
Am Rockefeller Plaza Nummer 30 in New York City weht ein frischer Wind: Der neue Geschäftsführer Jack Donaghy (Alec Baldwin) versetzt Sternchen Jenna Maroney (Jane Krakowski) ins zweite Glied und engagiert den absolut unberechenbaren Schauspieler Tracy Jordan (Tracy Morgan), um ihn in den Mittelpunkt der neuen Comedy-Show zu stellen. Und dann sieht er auch im Privatleben von Mittdreißigerin Liz Verbesserungspotenzial…
Doch nicht nur die findet an ihrem zu Anfang äußerst borniert wirkenden Chef von Folge zu Folge mehr Gefallen. Denn wenn hier einer allen die Show stielt, ist es Alec Baldwin, der als berechnend-blasierter Vorgesetzter mit ziemlich gutem Kern einen phänomenalen Part gibt! Ihn umgeben schönschrullige Figuren (wie der von Judah Friedlander verkörperte Kreativkopf Frank oder Jack McBrayer als Laufbursche Kenneth), die in den 21 inhaltlich in sich geschlossenen, aber aufeinander bauenden Episoden á 21 Minuten immer mehr Witz und Verve versprühen. Wenn hier gelacht wird, gar kein Zweifel, es ist echt!
„30 Rock“ (Universal Pictures), der dreifache „Golden Globe“-Gewinner vom Januar (Beste Serie, Hauptdarsteller und Hauptdarstellerin), ist in Amerika längst Kritikerliebling, da lassen sich auch Gaststars wie Talkmaster Conan O’Brien oder Whoopi Goldberg gerne sehen. Und wer auf den Exklusivempfang im deutschen Sparten-Bezahl-Neustarter TNT verzichten kann, zappt sich am besten staffelweise durch diese aufwändigst produzierte Sitcom; vielleicht die Beste seit „Seinfeld“.
