The BossHoss - "Do Or Die"Das ein­zig Rück­läu­fige bei den Cow­boys aus Ber­lin ist die Anzahl ihrer Cover­num­mern. Denn was mit einem fröh­li­chen Som­meral­bum voll eigen­wil­li­ger Remakes anfing, hat auf der vier­ten Boss­Hoss–Platte „Do Or Die“ (Island/​Uni­ver­sal) sei­nen ganz eigen­stän­di­gen Style aus Rock, Coun­try und Rocka­billy entwickelt.

Aus­ge­rech­net ein Kla­vier schiebt die eröff­nende Rock­num­mer „Last Day“ mit Acht­zy­lin­der­wucht über den holp­ri­gen Prä­rie­bo­den. Und das ist noch schö­ner anzu­se­hen im Ver­fol­gungs­vi­deo auf der bei­lie­gen­den Bonus-​​DVD; mit schwe­rem Bike unterm Hin­tern, Hut aufm Haupt, Marl­boro in der Schnauze und den bies­ti­gen schwar­zen Mus­tang im Blick! Dazu gibt’s The Magni­fi­cent Seven um die Bestim­mer Alec „Boss Burns“ Völ­kel und Sascha „Hoss Powers“ Voll­mer noch „Live in Ham­burg“ zu sehen.

Doch zurück zur Audio-​​Scheibe. The Boss­Hoss haben Spaß gefun­den an der här­te­ren Gang­art: Bei Titeln wie „Go! Go! Go!“, „Quick Joey Small“, aber auch „21st Cen­tury Butt­ki­ckin‘ Love Affair“, „Gui­tars And Cars“ und natür­lich „Rock On Rock“ ist der Name Pro­gramm (schließ­lich stand man eben auch auf der „Wacken“-Bühne!); „Eagleize It“ und „Jelly Bean“ hus­ten dage­gen wie zum Aus­gleich und um die alte Gefolg­schaft nicht vom Pferd zu sto­ßen die gewohn­tere staub­tro­ckene Country-​​Luft.

Dass diese Truppe Song­wri­ter­fä­hig­kei­ten besitzt, war ja schon beim Vor­gän­ger „Stal­lion Bat­ta­lion“ über­deut­lich, das ganz auf Gitar­ren­be­glei­tung bau­ende „Close“, „Break Free“ und abschlie­ßend „Crazy About Mary“, von der die Jungs seit drei Alben nicht mehr las­sen kön­nen, läu­ten viel­leicht die Baumarkt-​​Ära bei The Boss­Hoss ein: „Ich hab’s selbst gemacht!“ Und wer immer noch den alten Zei­ten des Nach­spie­lens hin­ter­her­heult, dem bleibt dies­mal nur „Shake Your Hips“ von Slim Harpo, Elvis Pres­leys „Wolf Call“ und ansons­ten der gute Rat, sich schon mal lang­sam mit der neuen Cover­pa­role anzu­freun­den: „Do Or Die!“.