3. Juni 2009

Uwe geht zu Fuß

Uwe geht zu FussEine Doku kann immer nur Aus­schnitte der Wirk­lich­keit abbil­den. Und Flo­rian von West­er­holt ent­schied sich in sei­nem Low-​​Budget-​​Film „Uwe geht zu Fuß“ (West­er­holt & Gysen­berg) über einen der ältes­ten Deut­schen mit Down-​​Syndrom für die hei­tere Seite die­ser außer­ge­wöhn­li­chen Geschichte.

Denn der Mitt­sech­zi­ger Uwe Pel­zel ist trotz sei­nes Han­di­caps selbst­ver­ständ­li­cher Teil des ganz gewöhn­li­chen All­tags der 8.000-Seelen-Gemeinde an der Kie­ler Förde; sei’s in frü­he­ren Tagen als Ten­nis­spie­ler, in Schüt­zen­ver­ein und Shan­ty­chor, als Betreuer des hie­si­gen HSV und Löf­fel­trä­ger der Knochenbruchgilde.

Der Regis­seur ver­zich­tet auf den Off-​​Kommentar, beob­ach­tet sei­nen Prot­ago­nis­ten und des­sen Hei­mat Hei­ken­dorf schein­bar ganz bei­läu­fig und die Musik hält wun­der­bar Schritt, wenn sich der heim­li­che Star auf seine Wege macht. In letz­ter Zeit hat „Uns Uwe“ etwas abge­baut, wie viele sei­ner Mit­men­schen bemerken.

Und so nickt er wäh­rend der 79 Minu­ten meist nur noch ab, was andere über ihn und sein Leben zu berich­ten wis­sen. Archiv­ma­te­rial zeugt vom akti­ve­ren „Uns Uwe“, der aber auch ohne viele Worte zu ver­lie­ren den sper­ri­gen poli­ti­schen Begriff Inklu­sion zu erklä­ren ver­mag. Und eine schö­nere Per­spek­tive als die kun­ter­bunte Gesell­schaft kann es doch nicht geben!