Ganz der Heimat verschrieben
Ubstadt-Weiher - Beim Verlag Regionalkultur ist der Name Programm. 500 lieferbare Titel zuvor starten Andrea Sitzler, Reiner Schmidt und der aus dem operativen Geschäft ausgestiegene Bernhard Stier im Jahr 1989 als klassische Garagengründer. Zu einer Zeit, da das Schlagwort Desktop Publishing, die Satztechnik via PC, noch etwas völlig Neues ist, arbeitet das Trio mit 1.0-Software und viel Enthusiasmus am eigenen Verlagshaus.Von Heidelberg aus geht's ins Zeuterner Wohnzimmer - bis man im Ubstadter Ortskern eine feste Bleibe findet; "Weiterstadt 1933-1945. Nationalsozialistischer Alltag in einer südhessischen Gemeinde" vom Autoren-Duo Walter Hochreiter und Edgar Illert heißt das erste verlegte Werk. Den historischen Themen (meist mit regionalem Bezug) ist man bis heute verschrieben, sei's Orts-, Kirchen- oder Firmengeschichte. Aber auch Naturkunde (von Fachleuten für Fachleute ebenso wie für den interessierten Laien), Belletristik in hiesiger Mundart oder Schriftsprache, Reiseführer, Bildbände, Kinder- und Jugendliteratur sowie neuerdings wissenschaftliche Publikationen und Hörbücher sind Teile des Verlagsangebots. Das Haus pflegt dazu enge Geschäftskontakte zu historischen Vereinen, Kommunen und Kommunalverbänden, staatlichen Einrichtungen, Archiven und Bibliotheken, Museen und Universitäten, die mitunter auch als Herausgeber in Erscheinung treten.
Seit zwei Jahren liegt der Hauptsitz mit Herstellungsbetrieb (gedruckt und gebunden wird allerdings außerhäusig) samt Lager in der Ubstadt-Weiherer Bahnhofsstraße. Hier arbeitet das zehn Köpfe starke Kreativ- und Vertriebsteam um Geschäftsführer Schmidt und Verlagseigentümerin Sitzler; prüft Manuskripte und layoutet beim Cover angefangen Seite um Seite - bis aus der digitalen Datei ein handfestes Buch geworden ist, das nun seinen Weg zum Leser finden muss. Zu den satztechnisch und gestalterisch bewanderten Redakteuren mit wissenschaftlicher Ausbildung in Geschichte, Geographie und Germanistik kommt eine handverlesene Auswahl freier Autoren wie beispielsweise der nicht nur in Fachkreisen bekannte Geschichtswissenschaftler Professor Konrad Dussel.
Über das nördliche Baden ist die Firma im 20. Bestehensjahr lange schon hinausgewachsen und mittlerweile in ganz Baden-Württemberg, Südhessen, der Pfalz sowie in der deutschsprachigen Schweiz und im Elsass aktiv. Eine Entwicklung, die sich auch an den Dependancen ablesen lässt: Neben Ubstadt-Weiher befinden sich weitere Büros in Heidelberg, Basel, Neustadt und Weil am Rhein. Jährlich bringt man um die 50 Neuerscheinungen in den Handel und damit verortet sich der Verlag Regionalkultur unter den Größten in Südwestdeutschland; bei aller Eingrenzung.
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