27. August 2009

Radio Rock Revolution

Etwas mehr Tiefgang als "Piratensender Powerplay" um die "Supernasen" der 80er, Mike Krüger und Thomas Gottschalk, darf man bei einem Regisseur wie Richard Curtis erwarten. Seit seinen Drehbüchern zu "Vier Hochzeiten und ein Todesfall" und "Notting Hill" steht er wie kein anderer fürs britische Erfolgsmodell der romantischen Komödie. Doch in seiner zweiten Regiearbeit nach "Tatsächlich Liebe" geht es um eine andere Leidenschaft: den wilden Sound der Sixties.

Damals bringt England zwar The Beatles und The Rolling Stones hervor, die BBC gesteht ihren Hörern aber pro Woche nur zwei mickrige Stunden Populärmusik über den öffentlich-rechtlichen Äther zu. Deshalb lassen die DJs des Piratensenders Radio Rock das Vinyl kreisen - inmitten der Nordsee außerhalb des königlichen Hoheitsgebiets. Und am Wochenende werden booteweise Groupies herangeschifft. Minister Dormandy (Kenneth Branagh) will den Radiorebellen um Count (Philip Seymour Hoffman), Quentin (Bill Nighy), Gavin (Rhys Ifans) und Doctor Dave (Nick Frost) den Saft abdrehen.

Die aufs wahre "Boat That Rocked" (Universal Pictures), den ersten britischen Privatsender Radio Caroline, anspielende Story ist trotz 135 Minuten Laufzeit mehr bebilderter Slapstick-Soundtrack denn ein Film mit ausgeklügelter Handlung; es laufen Klassiker von Cat Stevens, den Supremes, Chris Andrews, von den Kinks, den Troggs, Easybeats und Beach Boys, The Box Tops, Jimi Hendrix, The Hollies oder The Who. Und dass sich deren Melodien zwischen "Yesterday Man", "The Letter" und "Friday On My Mind" länger im Gedächtnis gehalten haben, als das sie begleitende Geschehen es tun wird, spricht ganz und gar nicht gegen diesen aufsässig-ausgeflippten Anarchospaß!

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