Alf - Die komplette erste StaffelEin unsäg­li­cher US-​​Fernsehfilm sollte 1996 in deut­schen Kinos rich­ten, was die mit einem klas­si­schen Cliff­han­ger endende Serie offen gelas­sen hatte. Denn die fünfte Staf­fel von „Alf“ wurde nicht mehr pro­du­ziert. Zehn Jahre zuvor, als Paul Fusco und Tom Patchett die ers­ten 24-​​Minüter dre­hen, ist immer­hin unsere Welt noch in Ord­nung. Schließ­lich ist Alfs Hei­mat­pla­net Mel­mac dank des gleich­zei­ti­gen Ein­schal­tens sämt­li­cher Haar­trock­ner einer Nukle­ar­ka­ta­stro­phe zum Opfer gefal­len — und er alias Gor­don Shum­way mit­ten ins Gara­gen­dach der Fami­lie Tanner.

Dort haust die Außer­ir­di­sche Lebens­form zum Akro­nym ver­kürzt im Korb neben der Wasch­ma­schine zusam­men mit Wil­lie (Max Wright), Kate (Anne Sche­deen), Toch­ter Lynn (Andrea Elson), Sohn Brian (Benji Gre­gory), spä­ter dem jüngs­ten Spross Eric sowie sei­nem Heiß­hun­ger auf Kater Lucky ganze 100 Epi­so­den lang (in Ame­rika sogar 102), ver­bor­gen vor den neu­gie­ri­gen Nach­barn Raquel (Liz She­ridan) und Tre­vor (John LaMotta) Och­mo­nek und der übri­gen Öffent­lich­keit. Bis die Armee vor der Hemd­ale Ave­nue 167 steht und die über vier Jahre vorm ZDF ver­sam­melte Fan­ge­meinde mit schwe­rem Her­zen und Unhappy End zurücklässt.

Alf - Die komplette erste Staffel19 Jahre nach Ein­stel­lung gibt’s die erste Staf­fel der Kult-​​Sitcom wegen des lang­wie­ri­gen Urhe­ber­rechts­streits um die Titel­mu­sik end­lich in einer deutsch­spra­chi­gen Vierer-​​DVD-​​Box (War­ner Home Video). Unter den 25 Fol­gen befin­den sich neben dem Pilot „Hallo, da bin ich!“ solch spa­ßige Sequen­zen der eige­nen Sozia­li­sa­tion wie „Die Nacht, in der die Pizza kam“, „Kat­zen­jam­mer“, „Gro­ßer Mann was nun?“, „Para­sit mit Puder­quaste“, „Ein Mäd­chen namens Rhonda“, „Wenn Schwie­ger­mut­ter kommt“, „Das Fens­ter zum Gar­ten“, „Der Kam­mer­jä­ger und die Kaker­lake“ und natür­lich die geniale Dop­pel­folge „Gestat­ten, mein Name ist Schlegel“.

Und wenn die 229 Lenze alte zottlig-ko(s)misch-großfußige Mischung aus Amei­sen­bär und brau­nem Flo­kati mit Tommi Pipers rauchig-​​sonorer Stimme und kon­ser­ve­n­un­ter­legt seine zum Tot­la­chen coo­len Sprü­che reißt („Das Fett brennt! Das Fett brennt!“), stellt man ange­sichts einer über die Jahre an nichts ein­bü­ßen­den Gag­dichte fest, dass jede Dia­log­zeile noch so rührig-​​vertraut vor­kommt, als käme da ein gelieb­ter Spiel­ge­fährte aus Kin­der­ta­gen plötz­lich mir nichts dir nichts vom Dach­bo­den gestie­felt. Nach­dem Ende der 80er einige Fol­gen auf Video erschie­nen sind, ist diese Ver­öf­fent­li­chung aber auch über­fäl­lig. Oder wie’s Wil­lie Tan­ner einst beim unver­hoff­ten Wie­der­se­hen (aus­nahms­weise und unwi­der­spro­chen) auf den Punkt for­mu­liert hat: „Will­kom­men zuhause, Meis­ter Alf!“