25. September 2009

Biestig — „Nebenan“

Biestig - "Nebenan"Diese Mädels sehen ganz und gar nicht so aus, wie sie sich nen­nen. Ob das auch an Vat­tern liegt? Die musi­ka­li­sche Früh­er­zie­hung mit den Ramo­nes, Social Dis­tor­tion, den Adicts und Danko Jones ist jeden­falls ganz sicher nicht unschul­dig, dass seine 16-​​jährigen Zwil­linge Anne und Jule als Bies­tig auf drei­ak­kor­di­gen Punk­rock machen.

Ledig­lich zu zweit (!) neh­men sie die Bühne in Beschlag; Anne spielt ihr Schlag­zeug auf Augen­höhe mit der blon­den Sän­ge­rin Jule, die nicht nur fürs Ver­zerrte sorgt, son­dern im Vor­feld vor­nehm­lich kom­po­niert und textet.

„Nebenan“ (Roo­kie Records/​Cargo Records) heißt ihre mit ordent­lich Schulmädchen-​​Charme spie­lende Girlie-​​Punk-​​Debütplatte; statt „Nazis raus“- und „Fick den Staat“-Lieder geht’s bei „Leck mich“, „Warum sich erst ver­stehn“, „Null Bock“, „Selbst­ver­traun“ oder „I Hate You“ um Teen­ager­liebe und den lie­ben Rest des ätzen­den Alltags.

Und wenn diese bei­den irgend­wann tat­säch­lich mal groß raus­kom­men soll­ten, dann dürfte ein herz­li­ches „Danke Dad!“ fäl­lig wer­den: Sie spie­len ihren CD-​​Release näm­lich in Karls­ru­hes Alter Hacke­rei, Papa Plü­schis „Gepfleg­ter Punk-​​Rock-​​Bar“.