11. September 2009

Comeback

ComebackWie­der­keh­rende Boxer gab es man­che, im wah­ren Leben wie auf der Kino­lein­wand. Dazwi­schen bewegt sich Maxi­mi­lian Plettau, der ein Jahr lang den altern­den Profi-​​Fighter Jür­gen „The Rock“ Har­ten­stein mit der Kamera beglei­tet hat.

1998 zählt Har­ten­stein noch zu den bes­ten Boxern im Super­mit­tel­ge­wicht, dann gilt es nur noch Tief­schläge weg­zu­ste­cken: Er ver­liert Kampf um Kampf und schließ­lich den Mana­ger. Nach drei Jah­ren Rin­gab­sti­nenz ver­sucht sich ein idea­lis­ti­scher Träu­mer am „Come­back“ (WTP Inter­na­tio­nal) auf eigene Faust.

54 Stun­den Roh­ma­te­rial hat Plettau in sei­nem Abschluss­film an der Münch­ner Hoch­schule für Fern­se­hen und Film auf 79 Minu­ten rein beob­ach­tende Doku zwi­schen Milieu und See­len­le­ben der­art ver­dich­tet, dass dem Diplom 2008 der „Deut­sche Kamer­a­preis“ nach­ge­reicht wurde.

Er zeigt sei­nen Prot­ago­nis­ten tap­fer trai­nie­rend auf dem stau­bi­gen Dach­bo­den, wie sich „The Ger­man Boxer“ immer wie­der anpreist, als Tür­ste­her den Lebens­un­ter­halt ver­dient, die Oma in der Pfalz besucht – und schließ­lich doch noch zum Kräf­te­mes­sen nach Phil­adel­phia gela­den wird. Dort erklimmt er zwar die berühm­ten Rocky-​​Steps vor dem Museum Of Art, ein Bal­boa wird er des­halb nicht mehr. „Such Is Life“, meint Har­ten­stein, der wie­der mal belegt, dass gerade die Ver­lie­rer zu wah­ren Film­hel­den taugen.