25. September 2009

Der Knochenmann

„Jetzt ist schon wieder was passiert.“ Na endlich, Oida! Wenn nämlich dieser einleitende Satz gesprochen wird, haben Autor Wolf Haas, Regisseur Wolfgang Murnberger und Schauspieler Josef Hader einen neuen Fall vom Brenner verfilmt. 2009 ist „Der Knochenmann“ (Majestic Home Entertainment) dran, zweiter Roman der sieben Bände fassenden Reihe um den abgewrackt-liebenswerten Privatschnüffler.

Unwillig übernimmt der Brenner von seinem inzwischen autohandelnden Spezi Berti (Simon Schwarz) den mickrigen Auftrag, einen säumigen Zahler zur Begleichung seiner Leasingraten zu bewegen. Um den ominösen Herrn Horvath zu finden, macht er sich von Wien auf in die schneebedeckte österreichische Provinz zur Backhendlgaststätte Löschenkohl, wo ihm die Gitti (Birgit Minichmayr), Frau des untergebutterten Juniorchefs Pauli (Christoph Luser), alsbald schöne Augen macht. Und vor lauter Hineinschaun hätte der Brenner auf seinen weichen Freiersfüßen fast übersehen, dass der bullige Wirt (Josef Bierbichler) nicht nur abgenagte Hühnergebeine durch die Knochenmühle malmt. Dann geht das Rotlicht an.

Schon mit den ersten beiden Adaptionen „Komm, süßer Tod“ und „Silentium“ ist Ausnahmekabarettist Hader eins geworden mit dem herrlich lakonischen, schmähsprühenden Ex-Polizisten Simon Brenner, dieser Ausgeburt des absoluten Antihelden, der an der Seite des übrigen Skurrilitätenkabinetts begleitet von Slapstick, Situationskomik, Satire, Sarkasmus und umwerfenden Dialogen den morbiden Heimatthriller erneut ständig ins Groteske tunkt. Diesmal ist’s ein wahrer Ösi-“Fargo“, den das Erfolgstrio über 126 Minuten und mit wesentlich mehr Kinoformat inszeniert als seine Vorgänger. „Das ewige Leben“ ist der nächste. 2011 soll endlich wieder was passiern.