Im Haus des guten Tons
Karlsdorf-Neuthard - Wer hier aufnimmt, wohnt tatsächlich im Studio. Aber weit komfortabler, als das aus so mancher Musikerlegende überliefert ist: Gästeappartements umgeben von einem üppigen Garten, bei Billard und Tischkicker, Heimkino und Internetplätzen, Wellnessbereich samt Sauna und Whirlpool sowie französischem Koch machen aus einer Zwei-Wochen-Durchschnittsproduktion bei HOFA in Karlsdorf den versprochenen "Bandurlaub".Dabei dürfte der Firmenname das Einzige sein, was die Sound-Spezialisten im Lauf der Jahre heruntergeregelt haben. 1988 von den beiden Schulfreunden Frank Simml und Jochen Sachse als Tonstudio House Of Audio in der berühmten Bahnhofstraße gegründet, zählt die 2006 auf HOFA umbenannte GmbH mittlerweile zu den größten Audio-Produktionsstätten im gesamten deutschsprachigen Raum. "Wir sind ein Full-Service-Dienstleister, der alle Aspekte von digitalen Medien abdeckt - von der Aufnahme bis zur Auslieferung", erzählt Karsten Lonhard, Marketing-Leiter der HOFA. Dazu ist das 40 Mann starke Unternehmen in drei Geschäftsbereiche aufgeteilt: HOFA-Studios, HOFA-Media und HOFA-Training.
Eines der größten Tonstudios in Deutschland
Mit ihren vier Aufnahme- und drei Regieräumen samt Analog- und Digital-Pult sind die HOFA-Studios nach wie vor eines der größten Tonstudios in Deutschland: Über 2.000 Quadratmeter misst der weitläufige, mittlerweile in die Lusshardtstraße umgesiedelte Studiokomplex. Ein Angebot, das von vor Ort ansässigen Künstlern gerne in Anspruch genommen wird; wie etwa der Karlsruhe-Fraktion um Tenor Tobey Wilson, Pink Cream 69 und den soeben mit "Wer Wind sät" auf Platz zehn der Album-Charts eingestiegenen Mittelalterrocker Saltatio Mortis, dazu gesellen sich regionale Größen wie Across The Border und Ahead To The Sea, Altzheima oder die Stuttgarter HipHop-Crew Versbox.
Aber auch die Power-Metaller Axxis kommen von Dortmund immer wieder ins Badische gefahren: Ihr im August erschienenes und teils in den HOFA-Studios in Karlsdorf produziertes Album "Utopia" rangiert momentan auf Chart-Platz 40. Die vor Jahr und Tag gleichfalls im Ruhrpott groß gewordenen Tic-Tac-Toe-Mädels Ricky, Lee und Jazzy oder die aus dem Münchner Umland stammenden Folkrocker Schandmaul sind fürs Recording ebenso eigens nach Karlsdorf gefahren. "Grundsätzlich machen wir alles, wenngleich der Schwerpunkt schon auf Rockigem liegt", so Lonhard.Ganz auf die Homerecording-Kundschaft zugeschnitten
Doch zählen zu den internationalen HOFA-Kunden nicht nur Komponisten, Produzenten und Musikgruppen, sondern auch Industrie- und Dienstleistungsunternehmen wie die Lufthansa, SEW, Siemens, Bosch, Daimler, Bahn und Post; auch der Karlsruher SC ist dabei. "In unserem Presswerk vervielfältigen wir bei HOFA-Media CDs und DVDs in jeder Auflage. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Produkt- und Verpackungsgestaltung, außerdem kümmern wir uns anschließend auch um Lagerung und Logistik", erklärt Lonhard. "Und das geht dann bis zu klassischem Vertrieb und E-Commerce-Lösungen. Ebenso sind künftig andere Warenwirtschaftssysteme denkbar, denn letztendlich ist es gleichgültig, ob du Bild- und Tonträger oder Waschmaschinen auf den Weg bringst."
Die Karlsdorfer haben schon in der Vergangenheit gewusst, wie sie sich auf die Zukunft einzustellen haben: "Es wird heutzutage immer mehr im eigenen Mini-Studio produziert", weiß Lonhard. Zwar sind die einem Ü-Ei-Setzkasten nicht unähnlichen klangoptimierenden Diffusoren (für präzisen Sound im oft kritischen mittleren Frequenzbereich) und Absorber (die störende Flatterechos eliminieren) seit Jahren fest in Regie- und Aufnahmeräumen verbaut; doch mit dem von der HOFA entwickelten Wechselrahmensystem lassen sich diese Akustikmodule je nach Erfordernis mit einem Handgriff austauschen, so dass auch zuhause stets professionelle Bedingungen herrschen.Ganz auf die Homerecording-Kundschaft zugeschnitten ist auch der jüngste Bereich im Hause HOFA: der staatlich zertifizierte Fernkurs HOFA-Training. Hier ließen sich in den vergangenen drei Jahren mehr als 1.000 Musikinteressierte im Thema Tontechnik weiterbilden. "Aufnehmen, mischen und mastern - das lernen die Studenten bei unserer zeitlich flexiblen, modularen Fortbildung. Dabei stehen sie im regelmäßigen Kontakt mit unseren Tutoren", erzählt Lonhard. Und wer auf dem Weg zum Audio-Engineer das Plus-Paket bucht, hat auch Tagesworkshops in den HOFA-Studios auf dem Lehrplan - inklusive Übernachtung und Catering. Da kann sich denn selbst der Alleinunterhalter seinen Bandurlaub gönnen.
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