16. September 2009

Im Haus des guten Tons

HofaKarlsdorf-​​Neuthard — Wer hier auf­nimmt, wohnt tat­säch­lich im Stu­dio. Aber weit kom­for­ta­bler, als das aus so man­cher Musik­er­le­gende über­lie­fert ist: Gäs­teap­par­te­ments umge­ben von einem üppi­gen Gar­ten, bei Bil­lard und Tisch­ki­cker, Heim­kino und Inter­net­plät­zen, Well­ness­be­reich samt Sauna und Whirl­pool sowie fran­zö­si­schem Koch machen aus einer Zwei-​​Wochen-​​Durchschnittsproduktion bei Hofa in Karls­dorf den ver­spro­che­nen „Bandurlaub“.

Dabei dürfte der Fir­men­name das Ein­zige sein, was die Sound-​​Spezialisten im Lauf der Jahre her­un­ter­ge­re­gelt haben. 1988 von den bei­den Schul­freun­den Frank Simml und Jochen Sachse als Ton­stu­dio House Of Audio in der berühm­ten Bahn­hof­straße gegrün­det, zählt die 2006 auf Hofa umbe­nannte GmbH mitt­ler­weile zu den größ­ten Audio-​​Produktionsstätten im gesam­ten deutsch­spra­chi­gen Raum. „Wir sind ein Full-​​Service-​​Dienstleister, der alle Aspekte von digi­ta­len Medien abdeckt — von der Auf­nahme bis zur Aus­lie­fe­rung“, erzählt Kars­ten Lon­hard, Marketing-​​Leiter der Hofa. Dazu ist das 40 Mann starke Unter­neh­men in drei Geschäfts­be­rei­che auf­ge­teilt: Hofa-​​Studios, Hofa-​​Media und Hofa-​​Training.

Eines der größ­ten Ton­stu­dios in Deutschland

Mit ihren vier Auf­nahme– und drei Regie­räu­men samt Ana­log– und Digital-​​Pult sind die Hofa-​​Studios nach wie vor eines der größ­ten Ton­stu­dios in Deutsch­land: Über 2.000 Qua­drat­me­ter misst der weit­läu­fige, mitt­ler­weile in die Luss­hardt­straße umge­sie­delte Stu­dio­kom­plex. Ein Ange­bot, das von vor Ort ansäs­si­gen Künst­lern gerne in Anspruch genom­men wird; wie etwa der Karlsruhe-​​Fraktion um Tenor Tobey Wil­son, Pink Cream 69 und den soeben mit „Wer Wind sät“ auf Platz zehn der Album-​​Charts ein­ge­stie­ge­nen Mit­tel­al­ter­ro­cker Sal­ta­tio Mor­tis, dazu gesel­len sich regio­nale Grö­ßen wie Across The Bor­der und Ahead To The Sea, Altz­heima oder die Stutt­gar­ter HipHop-​​Crew Versbox.

Hofa Aber auch die Power-​​Metaller Axxis kom­men von Dort­mund immer wie­der ins Badi­sche gefah­ren: Ihr im August erschie­ne­nes und teils in den Hofa-​​Studios in Karls­dorf pro­du­zier­tes Album „Uto­pia“ ran­giert momen­tan auf Chart-​​Platz 40. Die vor Jahr und Tag gleich­falls im Ruhr­pott groß gewor­de­nen Tic-​​Tac-​​Toe-​​Mädels Ricky, Lee und Jazzy oder die aus dem Münch­ner Umland stam­men­den Folk­ro­cker Schand­maul sind fürs Recor­ding ebenso eigens nach Karls­dorf gefah­ren. „Grund­sätz­lich machen wir alles, wenn­gleich der Schwer­punkt schon auf Rocki­gem liegt“, so Lonhard.

Ganz auf die Homerecording-​​Kundschaft zugeschnitten

Doch zäh­len zu den inter­na­tio­na­len Hofa-​​Kunden nicht nur Kom­po­nis­ten, Pro­du­zen­ten und Musik­grup­pen, son­dern auch Indus­trie– und Dienst­leis­tungs­un­ter­neh­men wie die Luft­hansa, SEW, Sie­mens, Bosch, Daim­ler, Bahn und Post; auch der Karls­ru­her SC ist dabei. „In unse­rem Press­werk ver­viel­fäl­ti­gen wir bei Hofa-​​Media CDs und DVDs in jeder Auf­lage. Ein wei­te­rer Schwer­punkt liegt in der Pro­dukt– und Ver­pa­ckungs­ge­stal­tung, außer­dem küm­mern wir uns anschlie­ßend auch um Lage­rung und Logis­tik“, erklärt Lon­hard. „Und das geht dann bis zu klas­si­schem Ver­trieb und E-​​Commerce-​​Lösungen. Ebenso sind künf­tig andere Waren­wirt­schafts­sys­teme denk­bar, denn letzt­end­lich ist es gleich­gül­tig, ob du Bild– und Ton­trä­ger oder Wasch­ma­schi­nen auf den Weg bringst.“

Hofa Die Karls­dor­fer haben schon in der Ver­gan­gen­heit gewusst, wie sie sich auf die Zukunft ein­zu­stel­len haben: „Es wird heut­zu­tage immer mehr im eige­nen Mini-​​Studio pro­du­ziert“, weiß Lon­hard. Zwar sind die einem Ü-​​Ei-​​Setzkasten nicht unähn­li­chen klang­op­ti­mie­ren­den Dif­fu­so­ren (für prä­zi­sen Sound im oft kri­ti­schen mitt­le­ren Fre­quenz­be­reich) und Absor­ber (die stö­rende Flat­te­rechos eli­mi­nie­ren) seit Jah­ren fest in Regie– und Auf­nah­me­räu­men ver­baut; doch mit dem von der Hofa ent­wi­ckel­ten Wech­sel­rah­mensys­tem las­sen sich diese Akus­tik­mo­dule je nach Erfor­der­nis mit einem Hand­griff aus­tau­schen, so dass auch zuhause stets pro­fes­sio­nelle Bedin­gun­gen herrschen.

Ganz auf die Homerecording-​​Kundschaft zuge­schnit­ten ist auch der jüngste Bereich im Hause Hofa: der staat­lich zer­ti­fi­zierte Fern­kurs Hofa-​​Training. Hier lie­ßen sich in den ver­gan­ge­nen drei Jah­ren mehr als 1.000 Musik­in­ter­es­sierte im Thema Ton­tech­nik wei­ter­bil­den. „Auf­neh­men, mischen und mas­tern — das ler­nen die Stu­den­ten bei unse­rer zeit­lich fle­xi­blen, modu­la­ren Fort­bil­dung. Dabei ste­hen sie im regel­mä­ßi­gen Kon­takt mit unse­ren Tuto­ren“, erzählt Lon­hard. Und wer auf dem Weg zum Audio-​​Engineer das Plus-​​Paket bucht, hat auch Tages­work­shops in den Hofa-​​Studios auf dem Lehr­plan — inklu­sive Über­nach­tung und Cate­ring. Da kann sich denn selbst der Allein­un­ter­hal­ter sei­nen Band­ur­laub gönnen.