Oben
Sauber übersetzt ist der Titel der Pixar-3D-Premiere "Up" jedenfalls nicht. Denn anstelle des undynamischen Lokaladverbs "Oben" hätte ein "Rauf" viel besser beschrieben, was der rüstige Renter Carl Fredricksen fantastisches mit seinem Eigenheim anstellt: Er geht in die Luft.Seit kurzem Witwer, sieht sich der grantelige Alte von einer Großbaustelle bedroht, die ihm auch noch das hölzerne Idyll nehmen will. Mit seiner Ellie träumte er immer von den Paradise Falls in Südamerika; davon, ein Abenteurer zu sein wie das große Vorbild aus unbeschwerten Jungentagen, Charles Muntz. Doch weder aus dem einen noch aus dem anderen wurde Realität.
Als er per Gerichtsbeschluss ins Altenheim abgeschoben werden soll, zieht der ehemalige Ballonverkäufer die Reißleine - und entschwebt. Denn an seinem Häuschen sind Tausende von Heliumballons befestigt. Dass der achtjährige Pfadfinderjunge Russell sich zuvor heimlich auf die Veranda geschlichen hat, ist dem Luftikus allerdings entgangen...
Im zehnten Pixar-Film ist erstmals ein Mensch die Hauptfigur und wenn die Regisseure Pete Docter und Bob Peterson dessen Leben zur Ouvertüre via Stummfilmserenade vorüberziehen lassen, dann starten sie mit einem Höhenflug, der keine anderthalb Stunden zu halten ist. Das Geschehen unter bunten Ballons hat in der zweiten Filmhälfte trotz "Fitzcarraldo"-Anspielungen viel von Kindergeburtstag, endet aber in der erkenntnisreichen Besinnung darauf, das Erlebte und nicht das Verpasste zum Maß zu machen.Labels: Kino

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