17. September 2009

Oben

ObenSau­ber über­setzt ist der Titel der Pixar-​​3D-​​Premiere „Up“ jeden­falls nicht. Denn anstelle des undy­na­mi­schen Lokal­ad­verbs „Oben“ hätte ein „Rauf“ viel bes­ser beschrie­ben, was der rüs­tige Ren­ter Carl Fredrick­sen fan­tas­ti­sches mit sei­nem Eigen­heim anstellt: Er geht in die Luft.

Seit kur­zem Wit­wer, sieht sich der gran­te­lige Alte von einer Groß­bau­stelle bedroht, die ihm auch noch das höl­zerne Idyll neh­men will. Mit sei­ner Ellie träumte er immer von den Para­dise Falls in Süd­ame­rika; davon, ein Aben­teu­rer zu sein wie das große Vor­bild aus unbe­schwer­ten Jun­gen­ta­gen, Charles Muntz. Doch weder aus dem einen noch aus dem ande­ren wurde Realität.

Oben Als er per Gerichts­be­schluss ins Alten­heim abge­scho­ben wer­den soll, zieht der ehe­ma­lige Bal­lon­ver­käu­fer die Reiß­leine — und ent­schwebt. Denn an sei­nem Häus­chen sind Tau­sende von Heli­um­bal­lons befes­tigt. Dass der acht­jäh­rige Pfad­fin­der­junge Rus­sell sich zuvor heim­lich auf die Veranda geschli­chen hat, ist dem Luf­ti­kus aller­dings entgangen…

Oben Im zehn­ten Pixar-​​Film ist erst­mals ein Mensch die Haupt­fi­gur und wenn die Regis­seure Pete Doc­ter und Bob Peter­son des­sen Leben zur Ouver­türe via Stumm­film­se­re­nade vor­über­zie­hen las­sen, dann star­ten sie mit einem Höhen­flug, der keine andert­halb Stun­den zu hal­ten ist. Das Gesche­hen unter bun­ten Bal­lons hat in der zwei­ten Film­hälfte trotz „Fitzcarraldo“-Anspielungen viel von Kin­der­ge­burts­tag, endet aber in der erkennt­nis­rei­chen Besin­nung dar­auf, das Erlebte und nicht das Ver­passte zum Maß zu machen.