25. September 2009

Prinzessin Lillifee

Prinzessin LillifeeEs ist ein Mäd­chen­traum in rosa­rot, den die Mode­de­si­gne­rin Monika Fins­ter­busch mit ihrer Buch­reihe Wirk­lich­keit wer­den ließ. Mitt­ler­weile ziert ihre Prin­zes­sin Lil­lifee ganze Kin­der­gar­ten­kin­der; die Mar­ke­ting­ma­schi­ne­rie lässt nichts aus und so hat sich zu Hör­spiel­ad­ap­tion, Musi­cal und TV-​​Serie auch ein Kino­film (Uni­ver­sum Kids) gesellt.

Der Schein trügt im König­reich Rosa­rien. Elfen, Trolle, Kobolde und Meer­jung­frauen – sie alle wür­den am liebs­ten nach Bluto­pia aus­wan­dern. Denn die hoch­mü­ti­gen Feen haben neben Wett­flie­gen nur noch Scha­ber­nack im Kopf. Mit einem Büh­nen­stück wol­len die Prin­zes­sin und ihr bes­ter Freund Pupsi, das Schwein, den übri­gen Bewoh­nern zei­gen, dass auch diese Feen ihre gute Seite haben. Doch jede will die Haupt­rolle spie­len. Bis zum nächs­ten Voll­mond hat Lil­lifee Zeit, der Selbst­sucht ihrer Art­ge­nos­sin­nen bei­zu­kom­men. Und je mehr sie die Hoff­nung ver­liert, umso schnel­ler schwin­den ihre Zauberkräfte.

Visu­ell bie­ten die 73 Minu­ten Film, was die Vor­lage her­gibt: eine von omni­prä­sen­tem Glit­zer durch­zo­gene, bunte und detailarme Zei­chen­trick­welt. Die ist mit ihren kla­ren und flä­chi­gen Bil­dern vom hofier­ten Ziel­pu­bli­kum pro­blem­los gou­tier­bar, soll Soli­da­ri­tät als Wert vermitteln.

Die für große Zuschauer mit­schwin­gende Sub­ver­si­vi­tät in Sachen Klas­sen­kampf war wohl weder vom Regie­ge­spann Alan Sim­pson, Ans­gar Nie­buhr und Xu Zhi-​​Jian noch vom „Mondbär“-Produzententeam gewollt, fällt aber auch nicht wei­ter auf in Lil­lifees heil­los harm­lo­ser Welt rund ums kun­ter­bunte Schloss mit XXL-​​Kleiderschrank und drol­li­gen Unter­ta­nen. Rosige Aus­sich­ten also für alle klei­nen Feenfreunde.