Edo Zanki & Band - "Die Bewegungen sind lächerlich, aber das Gefühl ist maximal!"Der badi­sche God­fa­ther des deut­schen Soul ist hin­term Misch­pult her­vor­ge­kom­men und dreht der­zeit wie­der eif­rig an sei­ner Solo­kar­riere. „Die Bewe­gun­gen sind lächer­lich, aber das Gefühl ist maxi­mal!“ (Bro­ther Records/​Edel) titu­liert Edo Zanki den „Alles was zählt“-Nachfolger; sein ers­tes Live-​​Album seit 20 Jahren.

Auch wenn er sich zwi­schen 2001 und 2008 vor­über­ge­hend etwas zurück­ge­nom­men hat, weiß man, dass der renom­mierte Pro­du­zent von Künst­lern wie Sasha, Tho­mas D., Xavier Nai­doo und den übri­gen Söh­nen Mann­heims trotz Ton­stu­dio­wer­ke­lei in sei­ner Wahl­hei­mat Karlsdorf-​​Neuthard immer selbst ver­sier­ter Musi­ker geblie­ben ist.

Und das Gespür dafür, exzel­lente Kol­le­gen um sich zu scha­ren, ist ihm über die Jahre nicht abhan­den gekom­men, wie kürz­lich auch das sel­tene Heim­spiel und CD-​​Release-​​Konzert in der 25. Jubi­läum fei­ern­den Alten­bürg­halle gezeigt hat. Fun­kig, sou­lig, popig, rockig prä­sen­tie­ren Mat­thias „Maze“ Leber (Key­boards), Jörg Dudys (Gitarre), Willy Wag­ner (Bass) und Mario Garuc­cio (Drums) den Paten der deut­schen Soulmusik.

An ihrer Seite zieht Zanki Zwi­schen­bi­lanz; auf Platte, mit einer Set­list aus zwei alten („Dein roter Mund“ vom 85er Album „Ruhig Blut“ und „Ich frag‘ mich“, erschie­nen 1983 auf „Wache Nächte“) und acht Songs neue­ren Datums. Das Kon­zert im Wohn­zim­mer­for­mat hat er gleich mit­ge­dacht: Bei ver­schie­de­nen Auf­trit­ten in ganz Deutsch­land war die Record-​​Taste gedrückt. Und die­sen Zusam­men­schnitt gibt’s jetzt ein­ge­fasst von einem genial-​​ungelenkigen Album-​​Titel, den man beim ers­ten Hin­hö­ren wohl eher den Indie-​​Freunden des Grand Hotel van Cleef zuschrei­ben würde.

Auch wenn Zanki-​​Fans der aller­ers­ten Stunde ihre Lieb­lings­lie­der aus den spä­ten 70ern und frü­hen 80ern ver­mis­sen könn­ten, birgt die Aus­wahl doch etwas von jeder Facette des Sän­gers: „Nur der Mond“, „Viel bes­ser“, „Etwas Ähn­li­ches“ und „Gib mir Musik“ sind sei­nem elf­ten Solo­al­bum „Die ganze Zeit“ aus dem Jahr 2001 ent­nom­men; vom jüngs­ten Studio-​​Release ver­sprü­hen „Weit übers Meer“, „Wir zün­den die Nacht an“, „Heim­kom­men“ und „Dass du mir gehörst“ diese Zan­kis Stimme so eigene wun­der­bare mensch­li­che Wärme, die der deut­schen Spra­che schein­bar ganz neben­bei jeg­li­che Sper­rig­keit ent­zieht. „Mit­ten unterm Jahr“, der sanft säu­selnde digi­tale Bonus­track, lässt schon mal aufs neue Stu­dio­al­bum vor­freuen. Gefühl und Groove also alle­samt auf Maxi­mum. Wer schert sich da noch groß um Haltungsnoten?