9. Oktober 2009

Edo Zanki & Band - "Die Bewegungen sind lächerlich, aber das Gefühl ist maximal!"

Der badische Godfather des deutschen Soul ist hinterm Mischpult hervorgekommen und dreht derzeit wieder eifrig an seiner Solokarriere. "Die Bewegungen sind lächerlich, aber das Gefühl ist maximal!" (Brother Records/Edel) tituliert Edo Zanki den "Alles was zählt"-Nachfolger; sein erstes Live-Album seit 20 Jahren.

Auch wenn er sich zwischen 2001 und 2008 vorübergehend etwas zurückgenommen hat, weiß man, dass der renommierte Produzent von Künstlern wie Sasha, Thomas D., Xavier Naidoo und den übrigen Söhnen Mannheims trotz Tonstudiowerkelei in seiner Wahlheimat Karlsdorf-Neuthard immer selbst versierter Musiker geblieben ist.

Und das Gespür dafür, exzellente Kollegen um sich zu scharen, ist ihm über die Jahre nicht abhanden gekommen, wie kürzlich auch das seltene Heimspiel und CD-Release-Konzert in der 25. Jubiläum feiernden Altenbürghalle gezeigt hat. Funkig, soulig, popig, rockig präsentieren Matthias "Maze" Leber (Keyboards), Jörg Dudys (Gitarre), Willy Wagner (Bass) und Mario Garuccio (Drums) den Paten der deutschen Soulmusik.

An ihrer Seite zieht Zanki Zwischenbilanz; auf Platte, mit einer Setlist aus zwei alten ("Dein roter Mund" vom 85er Album "Ruhig Blut" und "Ich frag' mich", erschienen 1983 auf "Wache Nächte") und acht Songs neueren Datums. Das Konzert im Wohnzimmerformat hat er gleich mitgedacht: Bei verschiedenen Auftritten in ganz Deutschland war die Record-Taste gedrückt. Und diesen Zusammenschnitt gibt's jetzt eingefasst von einem genial-ungelenkigen Album-Titel, den man beim ersten Hinhören wohl eher den Indie-Freunden des Grand Hotel van Cleef zuschreiben würde.

Auch wenn Zanki-Fans der allerersten Stunde ihre Lieblingslieder aus den späten 70ern und frühen 80ern vermissen könnten, birgt die Auswahl doch etwas von jeder Facette des Sängers: "Nur der Mond", "Viel besser", " Etwas Ähnliches" und "Gib mir Musik" sind seinem elften Soloalbum "Die ganze Zeit" aus dem Jahr 2001 entnommen; vom jüngsten Studio-Release versprühen "Weit übers Meer", "Wir zünden die Nacht an", "Heimkommen" und "Dass du mir gehörst" diese Zankis Stimme so eigene wunderbare menschliche Wärme, die der deutschen Sprache scheinbar ganz nebenbei jegliche Sperrigkeit entzieht. "Mitten unterm Jahr", der sanft säuselnde digitale Bonustrack, lässt schon mal aufs neue Studioalbum vorfreuen. Gefühl und Groove also allesamt auf Maximum. Wer schert sich da noch groß um Haltungsnoten?

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