Glas-SplitterBruch­sal — Seit sie das erste Mal mit dem zer­brech­li­chen Mate­rial in Berüh­rung kam, ist Jutta Lau­ten­sack vom Werk­stoff Glas fas­zi­niert. 1980 war es, als sie in einem Kurs Glas­schirme für Tif­fany­lam­pen fer­tigte. Sechs Jahre spä­ter hatte sie ihr eige­nes Ate­lier im Bruch­sa­ler Gar­ten­weg eröff­net, aber irgend­wann ver­lor die Arbeit mit den kup­fer­bandum­man­tel­ten und anein­an­der­ge­lö­te­ten Gebil­den ihren Reiz. Einen neuen, der sie bis heute nicht los­lässt, hat Jutta Lau­ten­sack im Fusing gefun­den, seit nun­mehr zehn Jah­ren ihr künst­le­ri­scher und geschäft­li­cher Schwer­punkt im Ate­lier Glas-​​Splitter.

Bei die­sem Kunst­hand­werk wer­den aus kun­ter­bun­ten Glas­plat­ten zusam­men­ge­setzte Teile bei 815 Grad Cel­cius im Ofen gebrannt, wobei sie mit­ein­an­der ver­schmel­zen. Nach 16 Stun­den sind die zuvor mit Glas­schnei­der und Zange zurecht­ge­mach­ten und arran­gier­ten Bruch­stü­cke gebrauchs­fer­tig. Denn die so ent­stan­de­nen Deko-​​Werke rund um Tee­lich­ter, Son­nen­fän­ger, Scha­len, Baum­hän­ger, Pflan­zen­wäch­ter und Haus­geis­ter die­nen nicht nur der Ver­schö­ne­rung, sie erfül­len mit­un­ter auch ganz prak­ti­sche Zwe­cke wie Ser­vi­et­ten­ring, –stän­der und –hal­ter, Brief­be­schwe­rer, Schlüs­sel­an­hän­ger, Notiz­zet­tel­hal­ter, Buch­stütze oder Zünd­holz­schach­tel zei­gen. Irgendwo dazwi­schen bewe­gen sich die Bril­len­geis­ter Lucki und Gucki, die über Nacht ein Auge auf die Seh­hilfe haben. Selbst ein­zelne Zier­flie­sen zur Bad­auf­hüb­schung hat Jutta Lau­ten­sack schon aus dem Ofen geholt.

Frü­her war sie mit ihren Arbei­ten Stamm­gast auf den Frank­fur­ter Kon­sum­gü­ter­mes­sen „Ambi­ente“ und „Ten­dence“; und aus die­ser Zeit pflegt sie nach wie vor Geschäfts­kon­takte im gesam­ten euro­päi­schen Aus­land und Ame­rika bis nach Japan. „Nach­dem ich mein zwei­tes Bruch­sa­ler Ate­lier in der Bis­marck­straße ver­las­sen und Ende Mai 2008 in die Kai­ser­straße 22a gezo­gen bin, hat sich das Groß­kun­den­ge­schäft hin zum Ein­zel­han­del ver­la­gert“, sagt sie. Eine bewusste Ent­schei­dung; ihr beste­hen­des inter­na­tio­na­les Kli­en­tel bedient Jutta Lau­ten­sack unter­stützt von einer Mit­ar­bei­te­rin aber weiterhin.

Gern genom­men wer­den auch in Fern­ost nach wie vor ihre Gän­se­blüm­chen­va­sen. Bei den grö­ße­ren, 15 Zen­ti­me­ter hohen Vari­an­ten winkt der Groß­händ­ler aus dem Land des Lächelns aller­dings ab. Denn eines sind die aus­ge­fal­le­nen Deko-​​Ideen „Hand­made In Ger­many“ trotz einer Stärke von bis zu sechs Mil­li­me­tern nicht: erbebensicher.