Horst Schlämmer - Isch kandidiere!18 Pro­zent hat­ten es laut Forsa-​​Umfrage für denk­bar gehal­ten, bei der Bun­des­tags­wahl 2009 für Ocker zu votie­ren. Und tat­säch­lich wur­den man­cher­orts Stim­men für Hape Ker­ke­lings Kunst­fi­gur gezählt, der mit sei­ner Horst Schläm­mer Par­tei, kurz HSP, und dem Slo­gan „Yes Wee­kend“ in „Isch kan­di­diere!“ (Con­stan­tin Film) antritt, um Kanz­ler zu werden.

Gestellte und vor­geb­lich impro­vi­sierte Sze­nen mischen sich, wenn der grun­zende Her­ren­hand­ta­schen­trä­ger im doorn­kaa­tum­weh­ten Trench­coat sei­nen Pos­ten als stell­ver­tre­ten­der „Gre­ven­broi­cher Tagblatt“-Chefredakteur ver­wai­sen lässt und sich bei NRW-​​Ministerpräsident Jür­gen Rütt­gers erkun­digt, wie man über­haupt eine Par­tei grün­det, Rap­per Bushido („Ist der Japa­ner?“) um musi­ka­li­schen Sup­port bit­tet und mit dem Grünen-​​Bundesvorsitzenden Cem Özde­mir schon mal die Chan­cen einer „Fango-​​Koalition“ auslotet.

Angela Mer­kel, Ronald Pofalla und Ulla Schmidt ver­kör­pert Ker­ke­ling lie­ber gleich selbst, die Prak­ti­kan­ten­stelle an sei­ner Seite bekommt Simon Gose­jo­hann. Doch „Kein Par­don“ kennt die „Hasen­power für Deutsch­land“ nur in Bezug auf die Rolle des Glücks­ha­sen aus dem gleich­na­mi­gen Kino­film von 1992, der dies­mal als Wahl­mas­kott­chen mit­win­ken darf. Um wie Sacha Baron Cohen mit „Borat“ und „Brüno“ zu punk­ten, ist Ker­ke­lings Cha­rak­ter längst viel zu bekannt.

Ein biss­chen mehr Inhalt als das magere Wahl­pro­gramm hätt’s dann schon sein dür­fen, aber Schlämmer-​​Anhänger amü­sie­ren sich auch über die lose anein­an­der geklemm­ten Momente. Und bei einem weisse Bescheid: Das echte TV-​​Duell zwi­schen Kanz­le­rin und Kan­di­dat hatte weni­ger Unterhaltungswert.