28. Januar 2010
Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen
In die Phalanx der etablierten Studios Pixar, Blue Sky und Dreamworks, die sich mit „Oben“, „Ice Age 3″ und „Monsters vs. Aliens“ für die dreidimensionalen Trickfilmhits 2009 verantwortlich zeichnen, möchte nun auch Sony Pictures Animation vorstoßen. Nach „Jagdfieber“ und „Könige der Wellen“ heißt deren Vorhersage: „Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen“.
Denn im Provinzstädtchen Affenfels regnen plötzlich Hamburger vom Himmel, die Dächer sind von Eiskugeln bedeckt. Hinter diesem Wetterphänomen steckt der eigenbrötlerische Erfinder Flint Lockwood, der damit vom Nerd zum gefragten Mann aufsteigt. Aber die Völlerei wird zum Selbstläufer. Der Bürgermeister kann den Hals nicht voll bekommen, Flint ist durch das wackelpuddingliebende Wesen der TV-Wetterfee Sam Sparks abgelenkt und seine Wasser-zu-Essen-Maschine verursacht plötzlich Hagelschauer in „Super Size Me“-Portionen.
Die wunderbare Vorstellung einer Welt, in der die Leibspeise einfach in den Schoß fällt, beruht auf Judi und Ron Barretts Kinderbuchklassiker „Cloudy With A Chance Of Meatballs“ aus dem Jahr 1978. Diese nur 32 Seiten starke Vorlage malen sich die durch den MTV-Cartoon „Clone High“ bekannten Animationsfilmer Christopher Miller und Phil Lord in ihrer 3D-Vision knallbunt und mit kritischen Untertönen gegen Überflussgesellschaft und Genmanipulation aus.
Auch wenn es für die hintergründigen Charakterzeichnungen und Anspielungen einer Pixar-Produktion noch nicht reicht, bieten ihre knackigen, „Golden Globe“-nominierten 90 Minuten temporeiche Unterhaltung mit Witz und Ironie — eine Schlaraffenland-Fantasie, an der sich ganze Familien laben können.
