MC Toasta - "German Shaolin" Der „Sin­gle Pim­mel“ ist ab. MC Toasta drop­ped sein drit­tes Album „Ger­man Shao­lin“ (Mic­check Records) und zeigt nicht gekannte Sei­ten. Der bis­lang ziem­lich mach­o­haft auf­tre­tende Break­ba­den­ser bean­sprucht Vor­bild und Verantwortung.

Toasta aka Tors­ten Fur­rer, Mit­glied der Südwestwind-​​Crew, lässt die vor­an­ge­gan­ge­nen (gerade wegen der mit­un­ter bereits erns­ten Pas­sa­gen kon­tro­verse) Ver­öf­fent­li­chung „Der Gang­ban­ker“ (2006) und das Demo­tape „Rap ist Sex“ (2003) the­ma­tisch ebenso zurück wie sei­nen TV-​​Auftritt bei „Britt“, wo er einst noch beleibte Damen disste („Fette Frau“).

Statt­des­sen geht der Underground-​​Rapper und Label-​​Owner gefea­tured von den SWW-​​Homies Mars („Hel­den“) und RC Lung („Mer­chan­dais“) mit 17 Tracks strai­ght in die Offen­sive: angriffs­lus­tige Rhy­mes, von martialisch-​​bis-​​heiteren Eastern-​​Zitaten und auf­ge­pimp­ten „Mas­ters Of The Universe“-Einspielern durch­setzt, abwechs­lungs­rei­che Beats und ein­gän­gigste Loops. Die kom­men wie bei „Mehr Poten­zial“ rich­tig klasse, wenn sie von E-​​Gitarre und Schlagzeug-​​Samples betrie­ben sind, kön­nen aber auch wun­der­bar mit Strei­chern („Eigen­le­ben“) oder Piano (das bei Falco abgrei­fende „Nach oben“, „Teufel“).

Auf ihnen flowt MC Toasta, erzählt von der Zeit als Karate Kid bei den chi­ne­si­schen Mön­chen („Ger­man Shao­lin“), rech­net mit dem Vater ab („Kein Mann“), besingt seine Wur­zeln und „die schönste Stadt der Welt“ („Karls­ru­her“), the­ma­ti­siert immer wie­der wie schon bei „Krie­ger“ und „Här­ter als Krebs“ sei­nen Sieg gegen die Leuk­ämie (von dem Mut­ter Bir­git Furrer-​​Linse auch im gleich­na­mi­gen Buch berich­tet) und zeigt — wenn auch unmiss­ver­ständ­lich posi­tio­niert — etwas viel Flagge („Ich liebe Deutsch­land“). Con­scious Rap ist dann doch noch­mal anders.