20. Mai 2010

Zombieland

Zombieland Von George A. Rome­ros Gang­art hält Ruben Flei­scher ganz offen­sicht­lich nichts. Wenn seine Unto­ten „Zom­bie­land“ (Sony Pic­tures Home Enter­tain­ment) über­ren­nen, kommt das behä­bige „Land Of The Dead“ des Alt­meis­ters wie schon in Danny Boy­les „28“-Fil­men nicht hin­ter­her. Des­halb ist Fit­ness auch eine der 47 Über­le­bens­re­geln jenes Teils der ame­ri­ka­ni­schen Min­der­heit, die sich noch nicht von Gedärm ernährt.

Auf ihrem Roadtrip durchs men­schen­leere Hin­ter­land mit dem unbe­stimm­ten Ziel Hoff­nung, zu Zei­ten, da man sich lie­ber nach jenem Ort benennt, an dem man es bes­ser glaubt, trifft Hosen­schis­ser Colum­bus (Jesse Eisen­berg) den har­ten Hund und Twinky-​​Süßigkeiten-​​Jäger Tal­la­has­see (Woody Harrelson).

Und die bei­den Män­ner machen schnell die sel­tene Bekannt­schaft zweier wei­te­rer Nicht-​​Zombies: der schar­fen Wichita (Emma Stone) und ihrer klei­nen Schwes­ter Little Rock (Abi­gail Bres­lin), die eben­falls einen ganz eige­nen Weg gefun­den haben, sich inmit­ten des gras­sie­ren­den Chaos‘ zu behaup­ten. Und Über­ra­schungs­auf­tritt Bill Murray.

Nach­dem „Die Nacht der leben­den Toten“ 1968 das Zom­bie­bild gra­vie­rend gewan­delt und ein Sub­genre vom men­schen­fres­sen­den Unto­ten defi­niert hat, wie es zehn Jahre spä­ter Aus­gangs­punkt für Rome­ros All-​​Time-​​Klassiker „Zom­bie“ war, machte Peter Jack­son mit sei­nem 1992 ver­öf­fent­lich­ten Dritt­werk „Bra­in­dead“ ein wei­te­res Mal fri­sches Hack aus dem Genre.

Seit­her ste­hen Hor­ror­ko­mö­dien mit üppig Splat­ter­ef­fekt im Kurs. Wie „Shaun Of The Dead“ — vor „Zom­bie­land“ kom­mer­zi­ell erfolg­reichs­ter Ver­tre­ter über­haupt — der sich aller­dings nicht recht ent­schei­den wollte, ob er Per­si­flage oder doch lie­ber selbst ein Gen­re­ver­tre­ter Marke „Dawn Of The Dead“ sein möchte. Die end­gül­tige Ent­schei­dung, wo „Zom­bie­land“ zu ver­or­ten ist, scheut auch Flei­scher; aber er zieht sei­nen ordent­lich zulan­gen­den 88-​​Minüter von vorn­her­ein zugleich mit so viel Unernst auf, dass sich Splat­ter und Spaß untrenn­bar inein­an­der ver­bei­ßen. Getreu „Zombieland“-Regel Num­mer zwei: „Dop­pelt hält besser“.

Und wenn hier zitiert wird, dann ist es ganz bestimmt nicht der behä­bige Groß­vat­ter Romero, den in sei­nen mitt­ler­weile fünf Bei­trä­gen zur Sache bekannt­lich weit mehr umtreibt als Blut und Kla­mauk — son­dern das 80er-​​Jahre-​​Kino. Jawoll, soweit sind wir mitt­ler­weile schon und wenn sich „Ghost­bus­ter“ Mur­ray in einem famo­sen Kurz­auf­tritt schließ­lich unters Unto­ten­volk mischt, bekom­men end­lich auch all jene Recht, die ihm in sei­nen schwer melan­cho­li­schen Rol­len schon län­ger die Leben­dig­keit abge­spro­chen haben.