22. Juli 2010

Alice im Wunderland

Alice im WunderlandWenn Tim Bur­ton zur Tee­party lädt, sollte man tun­lichst anneh­men. Denn der Kanin­chen­bau öff­net sich nur sel­ten: Neben der Anime-​​Serie aus den 80ern dürfte allein Walt Dis­neys „Meis­ter­werk“ von 1951 spon­tan vor Augen sein, die übri­gen Kino­ver­fil­mun­gen des fan­tas­ti­schen Stoffs sind weit älter.

Beim magisch-​​morbiden Mär­chen­er­zäh­ler aus Hol­ly­wood ist Alice (Mia Wasi­kow­ska) kein Kind mehr, son­dern ein 19-​​jähriger rebel­li­scher Geist der vik­to­ria­ni­schen Gesell­schaft. Obgleich sie sich nicht mehr an das weiße Kanin­chen, die Zwil­linge Diedel­dum und Diedeldei (Matt Lucas), den März­ha­sen, die Grin­se­katze, Raupe Abso­lom, die Weiße Köni­gin (Anne Hat­ha­way) und den Ver­rück­ten Hut­ma­cher (Johnny Depp) erin­nern kann, wird sie in Won­der­land schon sehn­süch­tig zurück­er­war­tet, um eine alte Pro­phe­zei­ung zu erfül­len: den dra­chen­ar­ti­gen Jab­ber­wo­cky zu töten und der Schre­ckens­herr­schaft der groß­kop­fer­ten Roten Köni­gin (Helena Bon­ham Car­ter) ein Ende zu setzen.

Bur­ton erzählt seine eigene Vor­stel­lung von Lewis Car­rolls episodisch-​​exzentrisch-​​exotischer Welt und bedient sich dazu wie schon Dis­ney aus der Fort­set­zung „Through The Loo­king Glass“. Schräge Wun­der­lich­kei­ten und skur­rile Figu­ren sind auch Depps Spezialgebiet.

Folg­lich wird des­sen Rolle in die­ser Fas­sung von „Alice im Wun­der­land“ (Walt Dis­ney Stu­dios Home Enter­tain­ment) maß­geb­lich aus­ge­baut, die einen in der Maske, die ande­ren nach dem Greenscreen-​​Dreh am Com­pu­ter der­art ver­frem­det, dass Kind­heits­er­in­ne­run­gen fortan auf einer ande­ren Refe­renz basie­ren könnten.