Konstantin Schmidt - "Schmidternacht: Listige Lieder"„Schwär­zer die Lie­der nie klin­gen“? Nach sei­nen viel­be­klatsch­ten Kreisler-​​Abenden hat der Karls­ru­her Musik­ka­ba­ret­tist Kon­stan­tin Schmidt selbst kom­po­niert und getex­tet: „Schmid­ter­nacht“ wort­spielt sein aktu­el­les Pro­gramm, des­sen „Lis­tige Lie­der“ (Yeo­tone/​Bella Musica) als Orgelfabrik-​​Livemitschnitt erschie­nen sind.

Schmidt befeh­ligt seine 88 schwarz­wei­ßen Mit­spie­ler zu meist heiteren-​​beschwingten Kla­vier­läu­fen, um ihnen mit anfangs noch ganz harm­lo­sen Ver­sen unver­se­hens den Boden zu entziehen.

Ein biss­chen poli­tisch, ein biss­chen bis­sig, ein biss­chen absei­tig und äußerst hin­ter­sin­nig besingt er den letz­ten Arbeit­neh­mer, wie­nert über „Die Toten­grä­be­rin“, erzählt, warum Omas Kof­fer ver­las­sen an Gleis acht steht, die Tür­kei dank Jochen aus Anta­lya 2015 EU-​​Mitglied wird und lässt einen Stra­ßen­bah­ner im Anflug von selbst­be­stimm­tem Fah­ren völ­lig neben der Spur durch Karls­ruhe preschen.

Weil sich der Applaus auf Platte etwas mick­rig aus­nimmt, sei das „Bravo!“ für diese vor­nehm­lich auf den schwar­zen Tas­ten des Kla­viers vor­ge­tra­gene „Schmid­ter­nacht“ an die­ser Stelle nachgereicht.