25. August 2010
Soul Kitchen
Gegen die Wand gefahren wird auch in Fatih Akins zwölftem Film. Diesmal ist es aber ein Restaurant anstelle des Autos: Der langhaarige Deutschgrieche Zinos Kazantsakis (Adam Bousdouko) hat in seinem Hamburger Szeneschuppen nix mehr im Griff, Freundin Nadine (Pheline Roggan) zieht es nach Shanghai und er erleidet einen Bandscheibenvorfall.
Als Zinos in seiner Not den exzentrischen Spitzenkoch Shayn (Birol Ünel) engagiert, verscheucht er auch noch die ohnehin schon handverlesenen Stammgäste; die Ämter haben den Kneipier auf dem Kieker und Immobilienhai Neumann (Wotan Wilke Möhring) ist scharf auf das gewinnträchtige Grundstück.
Dann kommt Zinos’ Bruder Illias (Moritz Bleibtreu) aus dem Knast und er lässt ihn den Laden schmeißen, um seiner Holden nach China zu folgen. Das „Soul Kitchen“ (Pandora Film Video) rockt wie nichts Gutes, Nadine hat einen Neuen und Illias kein gutes Blatt in der Hand…
Akins Heimatfilm der schmuddeligen Art lebt von der intimen Atmosphäre, von seinen Schauplätzen zwischen verkommenen Fabrikhallen und Speicherstadt. Er zeigt das Zuhause als einen Ort, den es in einer zunehmend unberechenbaren Welt zu schützen gilt. Aber erst die Glanzleistung der Soul und Sirtaki tanzenden Filmbrüder Bousdouko und Bleibtreu macht diese 100 Minuten zum wahren Seelenschmeichler.
