24. September 2010

Diego — „Gold“

Diego - "Gold"Sie mögen ja bis­wei­len zuge­trof­fen haben, doch Gegen­über­stel­lun­gen mit den New-​​Order-​​Vorläufern Joy Divi­sion (und dem erfolg­reich deren sinistre Düster-​​Pop-​​Ästhetik zitie­ren­den Gefolge um Inter­pol und Edi­tors) sehen die Karls­ru­her Diego gar nicht gerne.

Was die Vor­gän­ger­platte „Two“ nie so recht durfte, davon befreit sich die elf Hym­nen starke Pro­duk­tion von Kurt Ebel­häu­ser, Mit­be­grün­der der Indie-​​Marken Black­mail und Scumbucket.

Schon der Album­ti­tel „Gold“ (Unter Scha­fen Records/​Alive) macht den Anspruch klar – auch auf Allein­stel­lung. Diego ver­trauen neben dem keh­li­gen Bariton-​​Gesang von Andreas Mut­ter mehr denn je auf trei­ben­des Sai­ten­spiel; und durch den Uwe Schlei­cher erset­zen­den Gitar­ris­ten und Ex-​​Starfucker Ray­mar Laux sind ihre zwi­schen Melan­cho­lie und Hei­ter­keit wan­deln­den Kom­po­si­tio­nen sprich­wört­lich grif­fi­ger gewor­den, die Melo­dien memorabler.

Mehr und mehr hoff­nungs­schim­mernd tönt Die­gos ange­dark­ter 80s-​​Sound, sobald sich der Opener „Grizzly Bear“ ein­mal auf­ge­baut hat. Wave, Punk, Pop, Pathos – die­ses Dritt­werk ist über jeden Ver­gleich erhaben.