23. September 2010

Robin Hood

Robin HoodEr stiehlt’s von den Rei­chen und verteilt’s unter den Armen. So über­lie­fert es die viel­ver­filmte Legende von einem Mann, des­sen his­to­risch nicht belegte Geschichte zwi­schen Wege­la­ge­rer und Sozi­al­re­vo­lu­tio­när, Vogel­freiem und Volks­hel­den schwankt. Regis­seur Rid­ley Scott erzählt, wie ein Bogen­schütze aus dem Heer von König Richard Löwen­herz zu „Robin Hood“ (Uni­ver­sal Pic­tures) wurde.

Als Richard I. wäh­rend des Drit­ten Kreuz­zugs fällt, ist es an sei­nem Ver­trau­ten Sir Robert Lox­ley gele­gen, die Krone vom fran­zö­si­schen Schlacht­feld heim nach Eng­land zu gelei­ten. Er gerät in einen Hin­ter­halt, kann im Ster­ben jedoch sein Schwert an den ein­fa­chen Sol­da­ten Robin Long­s­tride (Rus­sell Crowe) wei­ter­ge­ben, mit der letz­ten Bitte, es zu sei­nem Vater (Max von Sydow) nach Not­ting­ham zurückzubringen.

Long­s­tride, samt einer hand­voll Gefolge zuvor in könig­li­che Ungnade gefal­len, nimmt die Iden­ti­tät des ver­lo­re­nen Soh­nes an und bekommt die ver­wit­wete Lady Marion (Cate Blan­chet) gleich dazu. Doch ein schwa­cher Thron­fol­ger hat den Fran­zo­sen um König Phi­lip längst Tür und Tor zur Inva­sion geöffnet.

Schon das „König der Diebe“-Abenteuer mit Kevin Cost­ner von 1991 hatte nichts mehr mit der Robin-​​Hood-​​Darstellung aus den 30ern gemein. Und wenn Scott sei­nen 140-​​Minuten-​​Bogen spannt – nach „Gla­dia­tor“ bereits die fünfte Zusam­men­ar­beit mit Crowe – gleicht der Titel­held einem spät­mit­tel­al­ter­li­chen „Bra­ve­he­art“ auf dem Weg zur Magna Carta, sitzt das Ket­ten­hemd über der Strumpf­hose und der Rea­lis­mus obsiegt im Kampf­ge­tüm­mel über den Mythos, bevor die Hel­den im Sher­wood For­rest verschwinden.