Harald Hurst - "Do hanne num"Teile sei­ner Mundart-​​Dichtung gehö­ren in der Region längst zur Stan­dard­spra­che. Dank Harald Hurst wis­sen wir, wie „G’mütlich sitze“ geht, was „S’Landesübliche“ an „dene ero­ti­sche katho­li­sche Fei­er­däg“ ist und warum „Do hanne num“ so ziem­lich über­all hin­führt, aber bestimmt nicht ans Ziel. Der titel­ge­bende Klas­si­ker und andere aus­ge­wählte Geschich­ten und Gedichte sei­ner 17 Bücher und CDs der ver­gan­ge­nen 25 Jahre ste­cken in die­sem Jubi­lä­ums­sam­mel­band (G. Braun Buch­ver­lag).

Dazu gibt’s Publi­kums­lieb­linge wie Gas­si­ge­hen mit „Rambo“, „Der mit de Wurscht“, das Gefühls­le­ben eines Sin­gles auf dem Karls­ru­her Weih­nachts­markt, das lesungs­ob­li­ga­to­ri­sche „S’Ingding oder Gerun­dium“, des­sen Partizip-​​Pointe trotz­dem immer noch selbst nach­zu­schla­gen ist, das (selbst-)ermahnende „Bernd, bitte!“, der „Herr Sohn“ aus dem Luxus-​​Einzelzimmer mit ISDN-​​Anschluss im Hotel Mama, das Mäus­chen­spiel bei den schwä­bi­schen Gas­tes­sern des „An de Fusi­ons­grenz“ gele­ge­nen Land­hau­ses Schnepf und neuere Anek­do­ten wie jene der 60er-​​Gratulanten, die tat­säch­lich wie gewünscht „Mit leere Händ“ auf­ge­lau­fen sind.

Doch ist Hurst viel mehr als nur der selbst­er­klärte „Wör­ter­clown und Lach­poet“; er ver­dich­tet das Badi­sche auch gerne mit erns­te­rem Unter­ton, aus dem in die­ser Zusam­men­stel­lung geballte Lebens­er­fah­rung spricht, die einem Mann sei­nes Alters ohne despek­tier­lich zu wer­den durch­aus schon mal als Weis­heit aus­ge­legt wer­den darf.