3. Februar 2011

Kokowääh

KokowäähOb seine Anti­hel­den nun Nick, Ludo oder neu­er­dings Henry hei­ßen – drin wie dahin­ter steckt stets Til Schwei­ger. Nach der Selbst­vor­lage „Bar­fuss“, „Keinohr­ha­sen“ und „Zwei­ohr­kü­ken“ schreibt er sich in „Koko­wääh“ die Rolle des ver­kann­ten Dreh­buch­au­tors gleich mit auf den Leib.

Der wird als Co-​​Writer von Ex-​​Freundin Katha­rina (Jas­min Gerat) für ihre Best­sel­ler­ver­fil­mung enga­giert und wäh­rend Henry auf eine zweite Chance hofft, tritt die acht­jäh­rige Mag­da­lena (Emma Tiger Schwei­ger) in sein Leben; Ergeb­nis des One-​​Night-​​Stands mit der momen­tan in den Staa­ten vor Gericht ste­hen­den Char­lotte (Meret Becker). Als Henry des­halb den Aus­hilfs­papa geben soll, ist er ebenso vor den Kopf gesto­ßen wie Tris­tan (Samuel Finzi), der sich bis­lang für den Erzeu­ger gehal­ten hat.

Mit unver­kenn­ba­rer Hand­schrift – über­kan­di­del­ter Aus­stat­tung, edel aus­ge­leuch­te­tem Bild und nicht min­der schi­ckem Sound­track, dank dem Künst­ler wie One Repu­blik und Keri Hil­son bereits ihre Single-​​Hits fei­ern durf­ten – vari­iert Regis­seur, Pro­du­zent und Autor Schwei­ger das Erfolgs­kon­zept. Den Tief­gang der Barefoot-​​Films–Pre­miere hat er schon mit sei­nen Stüm­mel­tier­chen nicht mehr ange­peilt und auch die Geschichte vom Kuckucks­kind geht es 126 Minu­ten mehr von der hei­te­ren Seite an.

Ange­sichts des ver­trau­ten Hand­lungs­bo­gens zwi­schen Lek­tion und Läu­te­rung mag das ein­falls­reichste der mit Vaters Vor­zei­ge­ge­richt Coq au vin spie­lende Film­ti­tel sein; durch­weg begeis­tern darf man sich aller­dings für seine süß-​​kesse weib­li­che Haupt­dar­stel­le­rin. Defi­ni­tiv die bis­lang beste Pro­duk­tion aus dem Hause des deut­schen Kinopublikumsgünstlings.