1. April 2011

Der kleine Nick

Der kleine NickRené Goscinny in Real­film­form? Hat noch nie so rich­tig funk­tio­niert. Nicht bei „Aste­rix“, nicht bei „Lucky Luke“. Doch Lau­rent Tirards Adap­tion der zwi­schen 1959 und ’64 ver­öf­fent­lich­ten und von Jean-​​Jacques Sempé illus­trier­ten Laus­bu­ben­ge­schich­ten mit „Le petit Nico­las“ trifft das ambi­va­lente Humor­ver­ständ­nis des 1977 gestor­be­nen Autors.

Wir ler­nen eine in kräf­tige und lebens­frohe Far­ben getauchte heile 50er-​​Jahre-​​Welt ken­nen, mit sti­li­sier­ter Aus­stat­tung nebst Old­ti­mer. Und ein klas­si­sches Miss­ver­ständ­nis bringt das Leben von Nick (Maxime Godart) gehö­rig in Auf­ruhr: Er glaubt, Mama sei schwan­ger,  wes­halb ihn die Eltern (der seit „Will­kom­men bei den Sch’tis“ bekannte Cha­rak­ter­kopf Kad Merad und Valé­rie Lemer­cier), mit Ankunft des Brü­der­chens sei­ner über­drüs­sig, im Wald aus­set­zen würden.

Die findig-​​vorwitzigen Freunde Otto, Georg, Chlod­wig, Franz, Roland und Adal­bert ent­wi­ckeln einen Plan, um den dro­hen­den Lie­bes­ent­zug abzu­wen­den: Nick muss für seine Eltern das per­fekte Kind abge­ben, sich unent­behr­lich machen. Und neben­bei noch dafür sor­gen, dass der unge­bo­rene Stö­ren­fried schnell wie­der von der Bild­flä­che verschwindet…

Neben der leicht comi­chaf­ten Über­zeich­nung sind es seine cha­ris­ma­ti­schen Kin­der­dar­stel­ler, die „Der kleine Nick“ (Sena­tor Home Enter­tain­ment/​Wild Bunch) so bezau­bernd machen. Das gilt sowohl für den zehn Jahre alten, gol­di­gen Godart in sei­nen Knie­strümp­fen, kur­zer Hose und rotem Pul­lun­der über wei­ßem Hemd, als auch die gesamte Ras­sel­bande. Letz­ten Endes dreht sich’s für die Älte­ren ums Bewah­ren­wol­len und Lau­fen­las­sen­kön­nen — und wenn dann auch junge Zuse­her herz­lich amü­siert sind, geschieht dies in Goscin­nys Geiste.