Shahrokh DiniKarls­ruhe — Der Kak­tus treibt neue Blü­ten: Shahrokh Dini eröff­net im Restau­rant­kom­plex an der Lin­ken­hei­mer Allee 8 mit dem Mood In Wood eine schloss­par­k­nahe, mul­ti­funk­tio­nale Loca­tion. Über wel­che neue Gastro-​​Attraktion sich Karls­ruhe nach der Opening-​​Party am 17. Juni freuen darf, erzählt der Pro­du­zent und DJ im Gespräch mit Patrick Wurster.

???: Wie kommt es, dass du drei Jahre nach Schlie­ßung der Mood Lounge 2008 nun wie­der eine dau­er­haft geöff­nete Loca­tion in Angriff nimmst?
Shahrokh Dini: Das Mood In Wood ver­folgt mit sei­ner Mischung aus Restau­rant, Bar und Lounge ein voll­kom­men ande­res Kon­zept. Ich wollte weg vom rei­nen Club­ge­schäft, bei dem du dir jedes Wochen­ende bis ultimo die Nacht um die Ohren schla­gen musst – nur um dar­auf zu hof­fen, dass auch genü­gend Leute kom­men. Ich möchte nicht mehr von Underground-​​Musik abhän­gig sein.

???: Aber sel­ten waren Betrei­ber und Club der­art mit­ein­an­der ver­bun­den. Wie sehr schmerzt der Ver­lust dei­ner Mood Lounge?

Shahrokh: Die Zwangs­ver­stei­ge­rung des Gebäu­des war eine sehr trau­rige Geschichte. Im Früh­jahr ist in der Bür­ger­straße 12 ein Den­tal­la­bor ein­ge­zo­gen. Erst Musik­the­ra­pie, jetzt Zahn­the­ra­pie… Nor­ma­ler­weise dau­ert ein Club­le­ben in der Groß­stadt drei Jahre. Wir haben es auf fast sie­ben ge-​​bracht und sind dabei immer der Qua­li­tät treu geblie­ben. Das soll erst ein­mal jemand nach­ma­chen! Es kamen im Nach­hin­ein viele E-​​Mails, in denen die Leute ihr Bedau­ern geäu­ßert haben, das war gut für die Seele! In letz­ter Zeit habe ich ein star­kes Bedürf­nis nach Natur ver­spürt – und bin nun genau da, wo ich hinwollte.

???: Wie viel Mood steckt im Wood?
Shahrokh: Man wird Teile der Mood Lounge erken­nen, das beginnt schon beim ver­spie­gel­ten Logo, auch die Web-​​Adresse mood​-lounge​.de bleibt beste­hen. Der Schwer­punkt liegt aller­dings nicht mehr auf 60er-​​Jahre-​​Optik. Sie ver­mischt sich mit Moderne und Landhaus-​​Stil. Ein­mal im Monat haben wir eine große Tanz­ver­an­stal­tung mit inter­na­tio­na­len DJs im Pro­gramm und am Wochen­ende ist Bar­be­trieb bis 3 Uhr. Aber das Mood In Wood soll ebenso Fami­lien anspre­chen: Es wird eine medi­ter­rane Ter­rasse geben, dazu den Selfservice-​​Biergarten mit Flamm­ku­chen und Grill, einen Spiel­platz für die Kids, jeden Sonn­tag ab 11 Uhr Jazz-​​Frühstück und im Restau­rant fri­sche sai­so­nale Crossover-​​Küche — auch Per­sisch unter Lei­tung mei­ner Mut­ter. Ich möchte einen Kom­mu­ni­ka­ti­ons­treff­punkt anbie­ten, den man für Hoch­zei­ten, Geburts­tage und andere Fei­ern oder Semi­nare buchen kann. Einen Ruhe­pol abseits vom U-​​Strab-​​Baustellenstress.

???: Du hast die Bil­lig­preis­ab­wärts­spi­rale in der Karls­ru­her Gas­tro­no­mie schon vor Jah­ren ange­mahnt und deine Kon­se­quen­zen gezo­gen: „Elec­tric Mood“ im Stu­den­ten­haus oder „Mood Goes Pic­nic“ im Schlacht­hof statt lau­fen­dem Club­be­trieb — rech­net sich das Geschäft nur noch über Events?
Shahrokh: Außer­halb von Ber­lin und Mün­chen haben mitt­ler­weile sogar die gro­ßen Städte ihre Pro­bleme mit der Underground-​​Musik, weil alle nur noch auf Main­stream abfah­ren. Da kannst du nur noch mit geziel­ten Aktio­nen gewinn­brin­gend arbei­ten. „Mood Goes Pic­nic“ zieht übri­gens auch mit um. Und wenn es hier mitt­wochs zu reg­nen beginnt, wird die Ver­an­stal­tung ein­fach auf die über­dachte Ter­rasse verlegt.

???: Und du drehst nach wie vor sehr erfolg­reich an Reg­lern und Plat­ten­tel­lern. Wel­che Pro­jekte sind gerade ange­sagt?
Shahrokh: Sound Of K. pau­siert, aber mit der auf dem Big-​​City-​​Beats-​​Sublabel BCB­tec erschie­ne­nen Maxi „Hard Drive“ ste­hen mein Pro­du­zen­ten­part­ner Ralf Stre­cker und ich erfreu­li­cher­weise unter den Top 16 der Deut­schen Club-​​Charts. Ganz frisch erschie­nen ist außer­dem der Remix für Sasse, im Juni fol­gen Mateo & Matos und Vanessa Daou. Und bei Com­post Records arbei­ten wir an einer Ver­öf­fent­li­chung mit Laura Oye­wale von Le Grand Uff Zaque. Die künst­le­ri­sche Arbeit soll unter dem neuen Laden nicht lei­den müs­sen. Mein Ziel ist nach wie vor, auf ver­schie­de­nen Bei­nen zu stehen.