15. Juli 2011

Road, Movie

Road, MovieWer Bol­ly­wood vor Augen hat, sieht kitsch­ge­tränkte, bon­bon­far­bene Musical-​​Nummern in aus­ufern­der Über­länge. All das ist die indisch-​​amerikanische Gemein­schafts­pro­duk­tion „Road, Movie“ (Sena­tor Home Enter­tain­ment) von Regis­seur, Dreh­buch­schrei­ber und Pro­du­zent Dev Bene­gal nicht. Mehr schon die moderne Geschichte aus „Tau­send­und­ei­ner Nacht“.

Quer durch die Wüste lenkt der dem Haaröl­ge­schäft sei­nes Vaters über­drüs­sige Vishnu (Abhay Deol) einen 42er Chevrolet-​​Laster samt ein­ge­bau­tem Wan­der­kino. Ziel der Auf­trags­fahrt: das meer­ge­le­gene Samu­d­ra­bad Museum.

Unter­wegs gabelt er einen jun­gen Aus­rei­ßer (Moham­med Fai­sal), den Mecha­ni­ker Om (Satish Kaus­hik) und eine Zigeu­ne­rin (Tan­nish­tha Chat­ter­jee) auf; als ihnen wäh­rend der stän­di­gen Was­ser­su­che kor­rupte Poli­zis­ten und andere Lum­pen nach­stel­len, kann sie nur noch der ita­lie­ni­sche Victoria-​​Projektor ret­ten. Und Pomade.

Schon den Titel sei­nes drit­ten Lang­films hat Bene­gal anschau­lichst gewählt. Far­big auf­ge­frischt von den vier Haupt­prot­ago­nis­ten erzäh­len die 95 Minu­ten in medi­ta­ti­ven Bil­dern staubig-​​karger Land­schaf­ten einen nichts­des­to­trotz immer kurz­wei­li­gen Selbstfindungs-​​Trip, der Romanze, Komö­die und Tra­gö­die gleich­zei­tig abspult und mit dem sein Autor nicht zuletzt der so kino­be­geis­ter­ten Hei­mat Indien einen fil­mi­schen Schrein zwi­schen Exo­tik und Erleuch­tung errichtet.