1. September 2011

New Kids Turbo

New Kids TurboIm Maas­kantje nimmt man statt der in Hol­land so belieb­ten Fri­kan­del eher ein „Fick­schnit­zel“ in den Mund. Grund für die unflä­tige Aus­drucks­weise im nord­bra­ban­ter Dörf­chen, bei der „Muschi“ und F-​​Wort, „Homo“ und „ver­rück­ter Mongo“ in jedem Satz zum guten Ton gehö­ren: die Proleten-​​Gang „New Kids“.

2007 tauch­ten Richard (Huub Smit), Rob­bie (Stef­fen Haars), Rik­kert (Wes­ley van Gaa­len), Bar­rie (Flip van der Kuil) und Ger­rie (Tim Haars) erst­mals bei Youtube auf und ihre von „Beat The Hard­core“ beglei­te­ten Clips wur­den so popu­lär, dass der TV-​​Sender Comedy Cen­tral die unter­be­lich­te­ten Vokuhila-​​Schnauzbart-​​Vollassis ins Pro­gramm nahm. Mit „New Kids Turbo“ (Con­stan­tin Film) hat die Truppe ihre Drei-​​Minuten-​​Geschmacklosigkeiten auf Kino­film­länge gestreckt.

Als sie wegen Unfä­hig­kei­ten ihre Jobs ver­lie­ren, schie­ben es die stets pöbeln­den, maß­los Dosen­bier der Bil­lig­marke Schul­ten­bräu schüt­ten­den Dumpf­ba­cken auf die gras­sie­rende Wirt­schafts­krise, quar­tie­ren sich bei Kum­pel Richard ein und beschlie­ßen kur­zer­hand, ganz ein­fach gar nichts mehr zu bezah­len. Wäh­rend Jung­frau Rik­kert end­lich das erste Mal bei sei­ner fremd­ge­sto­che­nen Freun­din ran will und den Pro­du­zen­ten von Eye­works mit­ten im Film kurz­zei­tig die Kohle aus­geht, greift die Revolte bald aufs gesamte Land über. Und nach­dem selbst eine Spe­zi­al­ein­heit nichts gegen die fünf Unheils­brin­ger aus­rich­ten kann, sieht sich die nie­der­län­di­sche Regie­rung gezwun­gen, ganz Maas­kantje auszuradieren.

Wie in der Serie haben die Akteure selbst Regie geführt und die Syn­chro­ni­sa­tion ins Deut­sche über­nom­men. Was gern als hirn­lose Idio­tie abge­tan wird, ist auch ein gro­ßer Anar­chospaß mit Freude am Tabu­bruch, bei dem nicht nur die eigene Rüpel­bande unter die Räder des knall­grü­nen Opel Manta kommt; es kracht auch ordent­lich bei Ord­nungs­hü­tern, Boxern und Alt-​​Nazis. 2012 soll die Fort­set­zung „New Kids Nitro“ anlau­fen. Für Fans ohne­hin ein Pflicht­ter­min, wer noch warm wer­den muss: „Turbo ein­le­gen, Junge!“