Saltatio Mortis - „Sturm aufs Paradies“Die Toten­tän­zer aus Mann­heim, Karls­ruhe und Kai­sers­lau­tern neh­men mit „Sturm aufs Para­dies“ (Napalm Records) die letzte Mittelalter-​​Rock-​​Bastion.

Wenige Monate nach ihrem Live-​​CD-​​DVD-​​Doppel „10 Jahre wild und frei“ hal­ten Sän­ger Alea der Beschei­dene und seine sie­ben Spiel­leute mit 13 Kom­po­si­tio­nen den Kurs der Vor­gän­ger „Aus der Asche“ und „Wer Wind sät“. Und der führt mit erdi­gen Metal-​​Riffs und melo­diö­sen Dudel­sack– und Drehleier-​​Melodien gera­de­wegs wie­der in die Charts.

Wobei Alea die ganze Band­breite sei­ner Stimme ein­bringt — vom har­ten Metal-​​Tenor bis zum gefühlvoll-​​balladesken Gesang in „Nach­ti­gall und Rose“ und „Gott wür­felt nicht“, das sich mit der Gerä­te­me­di­zin aus­ein­an­der­setzt und the­ma­tisch ebenso medieval-​​untypisch daher­kommt wie das meta­pho­ri­sche Post-​​Fukushima-​​Lied „Fiat Lux“.

Am bes­ten gefal­len Sal­ta­tio Mor­tis aber nach wie vor, wenn sie beim an die­ser Stelle gerne dop­pel­sin­nig zu ver­ste­hen­den „Letz­ten Spiel­mann“, „Eulen­spie­gel“ oder der „Ode an die Feind­schaft“ jene Flanke schlie­ßen, die Sub­way To Sally und In Extremo mit ihren rei­nen Rock-​​Alben „Kreuz­feuer“ und „Stern­en­ei­sen“ voll­ends preis­ge­ge­ben haben.