2. September 2011

The King’s Speech

The King’s Speech Die Geschichts­bü­cher ken­nen König George VI. vor allem als Vater von Queen Eliza­beth II. Regis­seur Tom Hooper hat dem 1952 gestor­be­nen Regen­ten mit sei­nem zwölf­fach „Oscar“-nominierten und vier­fach sieg­rei­chen „The King’s Speech“ (Sena­tor Home Enter­tain­ment) ein spä­tes fil­mi­sches Denk­mal gesetzt.

Nach­dem der Vater (Michael Gam­bon) ent­schläft und Bru­der Edward VIII. (Guy Pearce) aus Liebe zur geschie­de­nen bür­ger­li­chen Ame­ri­ka­ne­rin Wal­lis Sim­pson 1936 abdankt, ist Albert (Colin Firth), der Her­zog von York, Eng­lands nächs­ter Thron­fol­ger. Die ohne­hin schon quä­lende Pflicht, öffent­lich zu spre­chen, könnte für den zurück­hal­ten­den Stot­te­rer zum Fiasko zu wer­den: Hit­ler droht.

Alberts sor­gende Ehe­frau Eliza­beth (Helena Bon­ham Car­ter), auch bekannt als Queen Mum, wen­det sich an den exzen­tri­schen aus­tra­li­schen Sprachthe­ra­peu­ten Lio­nel Logue (Geoff­rey Rush), der mit for­schem Auf­tre­ten, bewuss­tem Miss­ach­ten der Eti­kette bei Hof und den unkon­ven­tio­nel­len Behand­lungs­me­tho­den sei­nen „Ber­tie“ zunächst ziem­lich brüs­kiert. Doch am Vor­abend des Zwei­ten Welt­kriegs muss der Royal das Empire in einer Radio­an­spra­che auf den Kampf gegen Deutsch­land einstimmen.

Academy-​​Bestnoten für Film, Regie, Ori­gi­nal­dreh­buch und Haupt­dar­stel­ler gab’s bei der 83. „Oscar“-Verleihung. Dabei müsste Firth sei­nen Gold­jun­gen eigent­lich tei­len. Zwar stellt er den König mit Sprach­feh­ler ohne eine Spur von Over­ac­ting dar, wird aber erst rich­tig gut, wenn er sich mit dem nicht min­der groß­ar­tig auf­spie­len­den Rush als wan­delnde Skur­ri­li­tät inmit­ten stock­stei­fer Kir­chen­obe­rer und Aris­to­kra­ten komö­di­en­reife Sze­nen lie­fert, die das poin­tierte Drama um den eng­li­schen Pati­en­ten erst zum ver­ord­ne­ten Film des Jah­res machen.