Harald Hurst & Gunzi Heil - „Staudamm für d' Soß“ Ihre Auf­tritte sind musik­li­te­ra­ri­sche „Eventle“! Und des­halb stän­dig aus­ver­kauft. So auch Ende 2009, als der Mund­art­dich­ter und sein kon­ge­nia­ler musik­ka­ba­ret­tis­ti­scher Kom­pa­gnon bei ihrem Tollhaus-​​Termin die 15 Titel für die neue Live­scheibe „Stau­damm für d’ Soß“ (G. Braun Buch­ver­lag) mit­schnei­den.

Auch wer Harald Hursts Texte kennt und ihn mit Gunzi Heil schon des Öfte­ren auf der Bühne erlebt hat, wird an ihrer fünf­ten gemein­sa­men CD wie­der seine helle Freude haben. Zu amü­sant sind schon die zwang­lo­sen Zwischendurchplaudereien.

Schein­bar eben in den Sinn gekom­mene Anek­do­ten, etwa wie die bei­den aus dem Barrique-​​Keller eines Kraichgau-​​Weinguts durch den Nebel auf die Bühne waten muss­ten, gehen naht­los über in die Geschich­ten „Schad um de Wein“, „De Lands­mann“, das mah­nende „Bernd, bitte!“, Beob­ach­tun­gen aus dem muf­fi­gen mor­gend­li­chen KVV-„Großraumwaage“, „Wär’s des für heut?“, der Happy-​​Sixty-​​Bescherungsmonolog „Mit leere Händ“ und das titel­stif­tende „Tinnitus“.

Beim „Große Bau­ge­dicht“ kriegt auch der Schwabe noch eins mit und Heil eine Steil­vor­lage für sein (hier nur akus­ti­sches) Hand­pup­pen­spiel „Äffle & Pferdle“. Der sem­mel­blonde Allround-​​Unterhalter belus­tigt außer­dem mit dem Märchen-​​100-​​Sekünder „Rot­käpp­chen“, der upge­da­te­ten KA-​​Hymne „Karls­ruh (ich komm aus dir)“, der einen herr­lich absur­den U-​​Turn hin­le­gen­den „Fahr­schule“ und der gran­dios geklim­per­ten Ein­kaufs­farce „Gemisch­tes Hack­fleisch“. Die macht viel­leicht nicht unbe­dingt Appe­tit auf Spa­ghetti Bolo­gnese, dafür umso mehr auf den nächs­ten Badi­schen Doppelweck!