1. Dezember 2011
Werner – Eiskalt
Mehr als aufgewärmter Bölkstoff war es nicht mehr, was Drehbuchautor Rötger „Brösel” Feldmann nach dem „Beinhart!“-Kinodebüt 1990 in den Fortsetzungen „Das muss kesseln!!!“, „Volles Rooäää!!!“ und „Gekotzt wird später!“ aufgefahren hat. Der vierte Versuch „Werner – Eiskalt“ (Constantin Film) rollt die Geschichte um den ewigen Gas-Wasser-Scheiße-Lehrling und seinen Schöpfer von vorne auf und setzt dazu erstmals seit dem Original wieder Realfilm-Elemente ein.
Als Story-Rahmen fungiert ein lebenslanges Kopf-an-Kopf-Rennen, das sich Brösels Alter Ego Werner und sein Kumpel Holger „Holgi“ Henze liefern – vom Kinderwagen übers Duell Red Porsche gegen Red Porsche Killer auf dem Flugplatz Hartenholm bis zur Urne. Zwischendurch muss sich der Zeichner vom Verleger sagen lassen, dass sein Werk zu Manga-Zeiten keine Leser mehr findet, Brösel entsinnt sich frustriert des Flachköppers und springt am Strand von Korsika in den knietiefen (Schein-)Tod.
Die Nachricht löst ein nicht für möglich gehaltenes Revival aus, während die Vereinsrocker des MC Klappstuhl ihren Gefährten zur Beerdigung nach Haus holen wollen und sich auf dem Weg mit der einen oder anderen Anekdote belustigen, die der zweizahnigen Trickfilmbelegschaft um die Wernersens, Eckat, Meister Röhrich und der Bullerei von Knöllerup ein paar szenische Auftritte verschafft.
Das den drei Vorgängern abgehende Episodenhafte führt vor Augen, was früher ebenfalls schon mal besser war. Bleibendes wie der Rohrbruch bei Frau Hansen, Herrn Hüpenbeckers explodierte Baustelle und natürlich der legendäre Marktkick 1. FC Süderbrarup vs. Holzbein Kiel aus dem Weltmeisterjahr sind unerreichter Kult; da kommt kein aus den Angeln gehobenes Polizeifest oder die Erfindung des Bremskraftverstärkers ran. Aber Regisseur Gernot Roll lässt immerhin etwas von jenem Chaos-Kack-und-Kotz-Humor auferstehen, den man sich beim voraussichtlich letzten „Werner“-Movie auch erwarten darf.
