9. Februar 2012

Die drei Musketiere

Die drei MusketiereEiner für alle und alle für Bernd. Der Abspann von „Die drei Mus­ke­tiere“ (Con­stan­tin Film) star­tet mit der Ver­nei­gung vor jenem Pro­du­zen­ten, der aus der Constantin-​​Konkursmasse ein flo­rie­ren­des Fil­mun­ter­neh­men geformt hat. Auch dank sei­ner Dreh­bü­cher zu „Der Unter­gang“, „Das Par­fum“ und „Der Baa­der Mein­hof Kom­plex“ steht er wie kein Zwei­ter für deut­sches Kino mit inter­na­tio­na­len Ambi­tio­nen. Das auf Alex­andre Dumas’ Roman basie­rende Aben­teuer, in dem ein pro­mi­nen­ter Cast die Klin­gen kreuzt, ist die erste große Constantin-​​Produktion nach Eichin­gers über­ra­schen­dem Tod am 24. Januar 2011.

Darin sind Athos (Matthew Macfa­dyen), Por­thos (Ray Ste­ven­son) und Ara­mis (Luke Evans) zu antriebs­lo­sen Müßig­gän­gern ver­kom­me­nen – bis sich das über­mü­tige Landei D’Artagnan (Logan Ler­man) an sei­nem ers­ten Tag in Paris mit allen und jedem anlegt. Beein­druckt von des­sen selbst­ge­fäl­li­ger Toll­kühn­keit ste­hen ihm die Mus­ke­tiere gegen Kar­di­nal Riche­lieu (Chris­toph Waltz) und Hel­fers­hel­fer Roche­fort (Mads Mik­kel­sen) zur Seite.

Frank­reichs dar­über amü­sierte Witz­fi­gur von König (Fred­die Fox) reha­bi­li­tiert seine Gar­de­mit­glie­der statt sie abzu­stra­fen, ist aber ansons­ten schlecht bera­ten: Denn die intri­gante Emi­nenz und Mehr­fach­agen­tin Mil­ady de Win­ter (Milla Jovo­vich) dich­ten der Köni­gin (Juno Temple) eine Affäre mit dem Her­zog von Bucking­ham (Orlando Bloom) an, um die Macht­ver­hält­nisse neu zu ordnen.

Regis­seur Paul W.S. Ander­son, bis­lang vor­nehm­lich durch seine bei­den „Resi­dent Evil”-Teile in Erschei­nung getre­ten, hat dem in prot­zige Kos­tüme und Kulis­sen gehüll­ten Klas­si­ker des Mantel-​​und-​​Degen-​​Films mit der „After­life“-erprob­ten 3D-​​Technik ein zeit­ge­mä­ßes Out­fit ver­passt. Dass der Jar­gon nicht immer dem 17. Jahr­hun­dert ent­spricht, gehört ebenso wie Martial-​​Arts-​​Zeitlupen, die neu­mo­di­sche Ein­füh­rung der Prot­ago­nis­ten im Pro­log, Luft­schiffe und andere Ana­chro­nis­men zum Kon­zept, das bei alten Hau­de­gen eher kei­nen Stich machen dürfte.