8. März 2012

Aushilfsgangster

AushilfsgangsterSein „Tower Heist“ hat’s ganz offen­bar auf Danny „Ocean’s“ Gau­ner­bande abge­se­hen. Statt Casino– oder Muse­ums­bruch lässt Regis­seur Brett Rat­ner die mit Ben Stil­ler, Matthew Bro­de­rick, Casey Aff­leck und Eddie Mur­phy eben­falls pro­mi­nent besetz­ten „Aus­hilfs­gangs­ter“ (Uni­ver­sal Pic­tures) Rache an einem Wall-​​Street-​​Zocker nehmen.

Der heißt Arthur Shaw (Alan Alda) und badet auf dem Dach des Towers, einem der luxu­riö­ses­ten Wol­ken­krat­zer Man­hat­tans, sprich­wört­lich im Geld. Als der erge­bene Apartment-​​Manager Josh Kovacs (Stil­ler) erfah­ren muss, dass Shaw selbst die ihm zu treuen Hän­den anver­traute Pen­si­ons­kasse der Haus­an­ge­stell­ten ver­spielt hat, sinnt er auf Aus­gleich, demo­liert erst­mal den im Penthouse-​​Wohnzimmer gepark­ten 250er Fer­rari GT aus dem Nach­lass Steve McQueens und ver­liert somit auch noch sei­nen Job.

Doch er ist sicher, dass Shaw in sei­nem gehei­men Wand­tre­sor ein paar Mil­lio­nen als Not­gro­schen gebun­kert haben muss und geht mit dem eben­falls geschass­ten Con­cierge Char­lie (Aff­leck) und Lift­boy Enri­que (Michael Peña), Plei­tier und Ex-​​Tower-​​Bewohner Mr. Fitz­hugh (Bro­de­rick), Zim­mer­mäd­chen Odessa (Gabou­rey Sidibe) sowie dem ange­heu­er­ten Möchtegern-​​Ghetto-​​Gangster Slide (Mur­phy) in die Ver­ti­kale auf Einbruchstour.

Der deut­sche Titel sagt mehr, als er soll. Denn so sau­ber aus­ge­klü­gelt wie bei Ste­ven Soder­bergh gehen Stil­ler und seine Spieß­ge­sel­len nicht zu Werke. Wäh­rend anderswo jeder Cha­rak­ter mit uner­setz­ba­ren Fer­tig­kei­ten aus­ge­stat­tet ist, ohne die der bis in kleinste Detail aus­ge­feilte Coup zum Schei­tern ver­ur­teilt wäre, ver­sucht es Rat­ner auf gut Glück ohne Raf­fi­nesse, kaschiert von Chris­to­phe Becks trei­ben­dem Score und der die­bi­schen Vor­freude dar­über, dass sich zumin­dest einer der vie­len Acker­män­ner am Ende gewal­tig verspekuliert.