26. April 2012

Hotel Lux

Hotel LuxLean­der Hauß­mann ent­sinnt sich immer wie­der gerne der jün­ge­ren deut­schen Geschichte. Doch die poli­ti­sche Unbe­küm­mert­heit, mit der er in den Anfän­gen durch die Mau­er­ko­mö­die „Son­nen­al­lee“ streifte, ist sei­ner Mili­tär­k­la­motte „NVA“ gehö­rig abge­gan­gen. Da beschwört das zackige Dik­ta­to­ren­bal­lett „Hotel Lux“ (Con­stan­tin Film) aus­ge­rech­net Par­al­le­len zu Chap­lin und Lubitsch herauf.

1933 ste­hen Hans Zei­sig (Michael „Bully“ Her­big), laut Selbst­vor­stel­lung „kein Kom­mu­nist, son­dern Komi­ker“, und Sieg­fried Meyer (Jür­gen Vogel) als Sta­lin und Hit­ler auf der Bühne des Varie­tés Valetti. Nach­dem Meyer mit der nie­der­län­di­schen Genos­sin Frida van Oor­ten (Thekla Reu­ten) längst unter­ge­taucht ist, erlaubt sich Zei­sig bei einer Führer-​​Parodie zu viel und fin­det statt Hol­ly­wood nur noch die Zuflucht im Mos­kauer Ein-​​Sterne-​​Exilanten-​​Hotel Lux, dem sich bald als Traufe her­aus­stel­len­den Auf­fang­be­cken für kom­mu­nis­ti­sche Emi­gran­ten wie Her­bert Weh­ner oder Wal­ter Ulbricht.

Dort trifft er nicht nur die geliebte Liebe Frida wie­der; Zei­sig wird auf­grund sei­nes gefälsch­ten Pas­ses vom sowje­ti­schen Geheim­dienst für Hit­lers abtrün­ni­gen Lei­bastro­lo­gen Jan Han­sen gehal­ten, der fortan Sta­lin (Valery Grishko) per­sön­lich bera­ten soll…

Nicht erst mit Start die­ser Ver­wechs­lungs­farce spielt Haupt­dar­stel­ler Her­big famos auf und beweist in der ganz auf ihn zuge­schnit­te­nen Rolle des char­man­ten Schla­wi­ners ebenso wie Hauß­mann, dass er auch das anspruchs­volle Fach beherrscht. Der lässt den „Gro­ßen Dik­ta­tor“ und „Sein oder Nicht­sein“ unan­ge­tas­tet, teilt gegen Nazis und Sta­li­nis­ten glei­cher­ma­ßen aus, über­blen­det his­to­ri­sche Rea­li­tät mit bur­les­ken Spin­ne­reien und zeich­net sich neben der Regie vor allem für ein Dreh­buch ver­ant­wort­lich, dem im Zwei­fels­fall nicht Nar­re­tei, son­dern der Ernst ein guter Freund ist.