5. April 2012

Krieg der Götter

Krieg der GötterUnter dem Ban­ner von Zack Sny­ders Spartaner-​​Schlachtplatte „300“ zieht Tar­sem Sin­ghs Göt­ter­ge­met­zel ins Getüm­mel. Der indisch­stäm­mige Regis­seur bedient sich für sein anti­kes Fantasy-​​Action-​​Epos nicht nur der­sel­ben Macher, son­dern auch der grie­chi­schen Mytho­lo­gie: Eine zen­trale Rolle spielt wie schon in Louis Leter­ri­ers „Kampf der Titanen“-Remake The­seus, der nach Zeus’ Wil­len Gott– wie Mensch­heit vor dem unbarm­her­zi­gen Hype­rion bewah­ren soll.

Der von Mickey Rourke ver­kör­perte Herakliden-​​König zürnt den Herr­schern im Olymp, nach­dem Frau und Kind dahin­ge­siecht sind. Mit­hilfe des jung­fräu­li­chen Ora­kels Pha­e­dra (Freida Pinto) will er den legen­dä­ren Epeiros-​​Bogen fin­den, um die einst von den Göt­tern ver­bann­ten Tita­nen aus den Tie­fen der Unter­welt, dem Tar­tarus, zu befreien.

Weil ein altes Gesetz besagt, dass sich der Gott­va­ter, Posei­don (Kel­lan Lutz) und Athena (Isa­bel Lucas) nicht ins Schick­sal der Men­schen ein­mi­schen dür­fen, bil­det Zeus (Luke Evans) den ein­fa­chen Bau­ern The­seus (Henry Cavill) inko­gnito als alter Mann (John Hurt) zum Krie­ger aus, damit er an der Seite einer Gruppe Getreuer um den loya­len Gau­ner Stav­ros (Ste­phen Dorff) gewapp­net ist, Hype­rion zu schlagen.

Lose basie­rend auf den Mino­tau­rus– und Titanomachie-​​Sagen lässt Singh einem Gemälde gleich in Zeit­lu­pen­ge­fech­ten das Kriegs­beil schwin­gen; und wenn die gold­ge­wan­de­ten Göt­ter im Finale die ulti­ma­ti­ven Zer­schmet­te­rer geben, prä­sen­tiert er ästhe­tisch auf­ge­la­de­nen Hochglanz-​​Splatter, der auch ohne breit­wan­dige 3D-​​Tableaus noch durch bedin­gungs­lo­sen Stil­wil­len fes­selt. Die Cha­rak­tere sind in die­sem künstlerisch-​​kühlen Bil­der­bo­gen bloße Iko­nen, doch das kann sei­nen „Immor­tals“ (Con­stan­tin Film) den Platz in der Hall Of Fame des Gen­res nicht mehr strei­tig machen.