12. April 2012

The Help

The HelpEin dunk­les Kapi­tel US-​​Historie schlägt Kathryn Sto­cketts 2009 erschie­ne­ner Debüt­ro­man auf: das harte Leben der wie Skla­ven behan­del­ter schwar­zer Haus­halts­hil­fen im Mis­sis­sippi der 1960er kurz vor Beginn der Bür­ger­rechts­be­we­gung. Ihren Best­sel­ler „The Help“ hat Tate Tay­lor mit vier „Oscar“-Nominierungen, dar­un­ter jene für den „Bes­ten Film“ 2011, auch als Film (Touchs­tone Home Enter­tain­ment) zur Erfolgs­story gemacht.

Nach­dem die frei­geis­tige Skee­ter (Emma Stone) mit dem Wunsch, Schrift­stel­le­rin zu wer­den, in ihr Hei­mat­städt­chen zurück­kehrt, über­nimmt sie die Haus­halts­ko­lumne der Lokal­zei­tung. Den dazu not­wen­di­gen Rat in Sachen Kochen und Rei­ne­ma­chen gibt ihr Aibi­leen (als „Beste Haupt­dar­stel­le­rin“ vor­ge­schla­gen: Viola Davis), in Stel­lung bei der bies­ti­gen Society-​​Lady Hilly Hol­brook (Bryce Dal­las Howard), die eine Geset­zes­vor­lage lan­ciert, laut der far­bige Ange­stellte nicht län­ger die Fami­li­en­toi­lette zu benut­zen haben.

Brüs­kiert fasst Skee­ter den Ent­schluss, gegen alle Kon­ven­tio­nen afro­ame­ri­ka­ni­sche Frauen zu inter­viewen, die sich um Haus und Kin­der der wei­ßen Ober­schicht küm­mern — und ihre Recher­chen als Buch zu ver­öf­fent­li­chen! Nach anfäng­li­cher Skep­sis in der schwar­zen Gemeinde sind immer mehr Dienst­mäd­chen bereit, der Nach­wuchs­jour­na­lis­tin ihre vom Ras­sis­mus gepräg­ten Lei­dens­ge­schich­ten zu erzäh­len – wie die reso­lute Minny, für deren Dar­stel­lung Octa­via Spen­cer einen „Oscar“ als „Beste Neben­dar­stel­le­rin“ gewon­nen hat, wäh­rend Jes­sica Cha­s­tain in der Rolle ihrer groß­her­zi­gen Arbeit­ge­be­rin Miss Celia bei den 84. „Aca­demy Awards“ mit der Nomi­nie­rung vor­lieb­neh­men musste.

Regis­seur und Dreh­buch­au­tor Tay­lor, der bis dato ledig­lich ein Short­mo­vie auf sei­ner Fil­mo­gra­fie vor­wei­sen konnte, trifft den fei­nen Zwi­schen­ton aus Tra­gik und Komik und gibt dem ebenso beschä­men­den wie bewe­gen­den Südstaaten-​​Sozial-​​Drama im Gegen­satz zum Roman schluss­end­lich noch so viel Opti­mis­mus mit auf den Weg, dass nach 146 Minu­ten ganz das gute Gefühl vorherrscht.