Naria – „Naria And The Fly ...Waiting For Lunch“Mit Schein 23 hat er schon ganz oben ange­klopft. Der Durch­bruch blieb der Karls­ru­her Indie-​​Rock-​​Gruppe trotz ihres Poten­zi­als ver­wehrt. Jetzt lässt Gitar­rist Marc Eisele wie­der von sich hören – als Mas­ter­mind eines Kon­zept­al­bums. Naria heißt seine Pro­jekt­band, deren in Eigen­re­gie ein­ge­spiel­tes Dop­pel nach zehn Jah­ren kom­plett ist.

Als ers­ter Teil einer Tri­lo­gie, die auf der Vier-​​Elemente-​​Lehre beruht, erzäh­len 18 Tracks auf „Naria And The Fly …Wait­ing For Lunch“ die sur­reale Geschichte des Mäd­chens Naria, das aus dem Nichts durch eine hek­ti­sche Groß­stadt irr­lich­tert und dabei immer wie­der in die wun­der­sa­men Sze­na­rien ihres Unter­be­wusst­seins abtaucht. Eine Fliege und Eise­les vom Mann­hei­mer Illus­tra­tor Mehr­dad Zaeri inspi­rierte Acryl­ma­le­rei beglei­ten sie auf Schritt und Tritt, wäh­rend die Leit­mo­tive inein­an­der auf­ge­hen. Nach­dem das erste Album Erde und Luft behan­delt, wird sich der Nach­fol­ger „Lyra-​​La“ mit dem Was­ser und die dritte Ver­öf­fent­li­chung mit dem Feuer befassen.

Bei „Exch­an­ging Little Smile“ oder „Der Regen“ schim­mert noch ein Schein 23 durch; es wird rockig, pop­pig, klas­sisch, sphä­risch, unplug­ged, instru­men­tal, mit vie­len eng­li­schen und weni­gen deut­schen Lyrics. Die kom­ple­xen Kom­po­si­tio­nen sind so hete­ro­gen wie die zwölf mit­wir­ken­den Musi­ker von Wal­lis Birds Bas­ser Michael Vinne, Dan Nicol, Saxo­fo­nist der Curbside Pro­phets, Yakuzi-​​Posaunist Mat­thias Hef­ner und sei­nem Band­kol­le­gen Tho­mas Gärt­ner an der Trom­pete, Mas­simo Ran­disi, dem eins­ti­gen Schein-​​23-​​Weggefährten und heu­ti­gen Drum­mer von Across The Bor­der, über Sän­ger Jan Kret­zer bis hin zur Strei­che­rin aus den Rei­hen des Badi­schen Staats­or­ches­ters (Clau­dia von Kopp-​​Ostrowski) und Absol­ven­ten Karls­ru­her Musik­hoch­schule (Birke Falkenroth/​Harfe, Mir­jam Frei/​Flöte). Die lie­fern nicht immer den erwar­te­ten Akkord. Son­dern ein Album, das volle Auf­merk­sam­keit ver­langt. Und verdient.