14. Juni 2012

Blutzbrüdaz

BlutzbrüdazMit sei­nem Aggro Ber­li­ner Label-​​Intimfeind Bushido hat sich Ex-​​Maskenmann Sido kürz­lich lächelnd auf dem Kollabo-​​Album „23“ aus­ge­söhnt. Im Gegen­satz zu „Zei­ten ändern dich“, der selbst­herr­li­chen Lebens­ge­schichte des „Integrations-Bambi“-Preisträgers und Polit-​​Praktikanten, ver­sucht Regis­seur Özgür Yil­di­rim seine Milieu-​​Komödie „Blutz­brüdaz“ (Con­stan­tin Film) nicht unbe­dingt auto­bio­gra­fisch, dafür aber authen­tisch aufzuziehen.

Die Möchtegern-​​Rapper Otis und Eddy (Paul Wür­dig aka Sido und sein „Alles ist die Sekte“-Partner Robert Edward Davis aka B-​​Tight) erzwin­gen im HipHop-​​Berlin um das Jahr 2000 ihr Glück, als sie Sze­nen­ur­ge­stein Fusco (Mil­ton Welsh) ein Demo­tape auf­schwat­zen, das mit Hilfe des Ver­che­ckers Adal (Alpa Gun) erst noch auf­ge­nom­men wer­den muss.

Das Teil geht steil und Sony-​​Manager Facher (Tim Wilde) bie­tet den bei­den Blutz­brüdaz ihren ersehn­ten Major-​​Deal, der neben der künst­le­ri­schen Frei­heit auch die Freund­schaft von Otis und Eddy zu kas­sie­ren droht.

Frei von allen Pein­lich­kei­ten, jedoch nicht ohne Kli­schees, Kari­ka­tu­ren und Kalauer zu pro­du­zie­ren, zie­hen sich die auf frem­dem künst­le­ri­schem Ter­rain wan­deln­den Haupt­dar­stel­ler selbst­iro­nisch aus der Affäre. Die eigens gebas­tel­ten Beats der „Mukke zum Film“ (Urban/​Universal) cha­rak­te­ri­sie­ren eine flowende Auf­stei­gerstory, die sich frei­lich nicht mit Cur­tis Han­sons Sozi­al­stu­die „8 Mile“ mes­sen will. Im Leinwand-​​Battle gegen Bushido ist Sido aber kla­rer Punktesieger.