30. November 2012

Kochen ist Chefsache

Kochen ist ChefsacheDer Profi wech­selt das Metier: Ster­ne­koch statt Auf­trags­kil­ler. Jean Reno übt sich zur Abwechs­lung mal wie­der in sei­ner komi­schen Seite und mimt Alex­andre Lag­arde, den Chef eines Gour­met­tem­pels. Der neue Geschäfts­füh­rer der Edelgastro-​​Finanzgruppe, Sta­nis­las Mat­ter (Julien Bois­se­lier), spuckt ihm in die tra­di­tio­nell gewürzte Suppe: Er will den zuse­hends unkrea­ti­ven Alt­meis­ter durch einen jün­ge­ren Koch (James Ger­ard) aus Eng­land (!) erset­zen, der mit den moder­nen Zei­ten der Mole­ku­lar­kü­che geht.

Beim Besuch im Alters­heim stau­nen Lag­ar­des Geschmacks­knos­pen nicht schlecht über Vaters Mit­tag­es­sen. Ange­rich­tet hat es Jacky Bon­not (Mich­aël Youn), ein über­pe­ni­bler Kön­ner, der sei­nem pri­va­ten Glück mit der hoch­schwan­ge­ren Freun­din Bea­trice (Raphaëlle Ago­gué) ebenso im Wege steht wie sei­ner Karriere.

Im Duo glaubt Lag­arde, die zau­ber­kü­chen­ver­lieb­ten Kri­ti­ker vom „Guide Miche­lin“ über­zeu­gen zu kön­nen – und zwar aus­ge­rech­net dann, als seine Toch­ter Aman­dine (Salomé Sté­ve­nin) ihre Dok­tor­ar­beit ver­tei­digt. Andern­falls ist er nicht nur einen sei­ner drei Sterne, son­dern auf­grund einer Ver­trags­klau­sel auch sein Restau­rant Cargo Lag­arde los.

Her­vor­ra­gend abge­schmeckt hat Regis­seur Daniel Cohen die Beset­zung der bei­den Haupt­rol­len mit dem gewohnt bär­bei­ßi­gen Reno und dem quir­li­gen Anar­cho­ko­mi­ker Youn, dem das Melancholisch-​​Verträumte weit bes­ser zu Gesicht steht als die kleine Travestie-​​Einlage, zu der ihn das ansons­ten boden­stän­dige Dreh­buch nötigt. Dazu mengt Cohen für „Kochen ist Chef­sa­che“ (Sena­tor Home Enter­tain­ment) einen Hauch von Lie­bes­ge­schichte sowie einen Schuss Vater-​​Tochter-​​Konflikt, ser­viert mit der leich­ten Hand des fran­zö­si­schen Lustspiels.