8. November 2012

Krieg der Knöpfe

Krieg der KnöpfeMit der Jugend­buch­ver­fil­mung „La guerre des bou­tons“ hat Yves Robert einen Schwarz-​​Weiß-​​Klassiker des fran­zö­si­schen Kinos gedreht. Nach­dem 2010 der Urhe­ber­rechts­schutz für Louis Per­gauds Vor­lage abge­lau­fen ist, star­ten in Frank­reich fast gleich­zei­tig zwei Remakes; das deut­sche Publi­kum bekommt statt der tra­di­tio­na­lis­ti­sche­ren Vari­ante von Yann Samu­ell aller­dings nur Chris­to­phe Bar­ra­tiers „Neuen Krieg der Knöpfe“ (DCM) zu Gesicht, der das Gesche­hen ins Jahr 1944 vorverlegt.

„Ihr Schlapp­schwänze!“ Die­ser Aus­ruf bedeu­tet Krieg zwi­schen den Kin­dern der Nach­bar­dör­fer Lon­ge­verne und Vel­rans. Machen deren Anfüh­rer Lebrac (Jean Texier) und Aztec (Tho­mas Gold­berg) Gefan­gene, schnei­den sie ihnen zur Demü­ti­gung sämt­li­che Knöpfe ihrer Klei­dung ab.

Der­weil hält im besetz­ten Süd­frank­reich der echte Krieg Ein­zug und bringt Lebracs eng­li­sche Radio­sen­der hören­den Vater (Kad Merad) ebenso in Bedräng­nis wie den libe­ra­len Leh­rer Paul (Guil­laume Canet) und Mit­schü­le­rin Vio­lette (Ilona Bache­lier), die wegen ihrer jüdi­schen Her­kunft von Schnei­de­rin Simone (Lae­ti­tia Casta) vor den Nazi-​​Milizen ver­steckt wird.

Diese poli­ti­sche Dimen­sion erwei­tert die ver­gleichs­weise unbe­schwer­ten Jahrhundertwende-​​Kindheitserinnerungen aus Per­gauds „Roman mei­nes zwölf­ten Lebens­jah­res“ zum Drama, des­sen erwach­sene Sicht wenig Platz für Sen­ti­men­ta­li­tä­ten lässt. Bar­ra­tiers nost­al­gie­se­lige Retro-​​Bilder sind durch „Die Kin­der des Mon­sieur Mathieu“ sowie seine Historien-​​Revue „Paris, Paris“ bekannt und erhö­hen hier die fran­zö­si­sche Pro­vinz zu einem Résistance-​​Idyll, das am Ende allein zwi­schen Kol­la­bo­ra­teu­ren und Ver­bün­de­ten differenziert.